Wifo sieht Erholung, Jobmarkt „insgesamt weiter prekär"

Firmen sehen aktuelle Lage laut Wifo „ungünstig“, Erwartungshaltung verbessert sich aber.

Laut Wifo zeichnet sich in der Industrie und im Dienstleistungssektor eine Verbesserung ab. (Symbolfoto)
© istock

Innsbruck – Nach Ansicht des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) zeichnet sich in der Corona-Krise eine Erholung der Wirtschaft ab – die Konjunktur-Risiken seien aufgrund steigender Covid-19-Infektionszahlen aber hoch, glaubt das Institut.

Verbessert hätten sich vor allem die Erwartungsindikatoren. Die aktuelle Lage dagegen würden die Unternehmen weiterhin ungünstig einschätzen, so Wifo-Experte Christia­n Glocker. Die Umfragedaten deuten seinen Angaben zufolge auf eine Verbesserung in der verarbeitenden Industrie und im Dienstleistungssektor seit Mai hin. „Die Angebotsbeschränkungen und der Nachfrageeinbruch durch den Lockdown hatten eine massive Verringerung der gesamtwirtschaftlichen Aktivität in vielen Ländern zur Folge.

Nach der Aufhebung der Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Infektionen wird die Wirtschaftsaktivität in den einzelnen Ländern asynchron wieder aufgenommen. Dies prägt die international unterschiedliche Dynamik“, so Glocker. Der Rückgang der Wirtschaftsleistung aufgrund der Maßnahmen im Zuge der Covid-19-Pandemie habe den Tiefpunkt im April erreicht. Darauf würden Vorlauf­indikatoren hindeuten.

Arbeitsmarkt „erheblich“ getroffen"

Im ersten Vierteljahr, bis März, war die heimische Wirtschaftsleistung um 2,4 Prozent gegenüber der Vorperiod­e gesunken und im zweiten Quartal dann um 10,7 Prozent eingebrochen, erinnert Glocker. Das war die logische Folge der von den Bundes- und Landesbehörden verordneten Komplettschließungen bzw. Betretungsverbote in Handel und Tourismus. Wo Geschäfte, Restaurants oder Hotels behördlich zwangsgeschlossen werden, kann folglich auch niemand einkaufen, Abendessen gehen oder übernachten. Die staatlichen Eingriffe haben freilich auch die Investitions- und Exporttätigkeit massiv eingeschränkt.

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Entsprechend wurde auch Österreichs Arbeitsmarkt durch die staatlichen Corona-­Maßnahmen „erheblich“ getroffen. Trotz leichter Entspannung im Juli sei die Situation „insgesamt weiterhin prekär“, so das Wif­o. Aktuell sind immer noch mehr als 430.000 Menschen in Österreich arbeitslos, dazu 450.000 in Kurzarbeit. Die Zahl der unselbstständig aktiv Beschäftigten war im Juli nach vorläufigen Schätzungen um 88.000 niedriger als im Vorjahr (-2,3 Prozent), die Zahl der beim Arbeitsmarktservice (AMS) registrierten Arbeitslosen um 112.200 höher (+41,3 Prozent). Die Arbeitslosenquote lag damit im Juli bei 10,7 Prozent. (TT, APA)


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