Vier Touristen starben bei Canyoning-Unfall in der Schweiz

Ein Canyoning-Unglück nach einem heftigen Gewitterregen am Mittwochabend hat in der Parlitobelschlucht in Vättis im Kanton St. Gallen wahrscheinlich vier Todesopfer gefordert. Drei spanische Touristen wurden tot geborgen, ein Mann wird noch vermisst.

Eine Gruppe spanischer Touristen aus der Region Navarra, vier Männer und zwei Frauen, befand sich um 16.00 Uhr beim Einstiegsort in der Parlitobelschlucht. „Alle sechs gingen zusammen ihrer Leidenschaft des Canyoning-Sports nach“, sagte Polizeisprecher Hanspeter Krüsi am Donnerstag in Vättis.

Die beiden Frauen wanderten danach zu Fuß wieder zurück ins Tal, die vier Männer stiegen in die Schlucht ein. Um 18.10 Uhr ereignete sich ein heftiges Gewitter. Um 19.00 Uhr schlugen die Frauen Alarm und lösten eine Rettungsaktion aus, bei der Helikopter und schließlich rund hundert Helfer eingesetzt wurden.

„Beim ersten Überflug zeigten sich deutliche Gewittereinwirkungen und Murgänge in der Parlitobelschlucht“, sagte Armin Grob, Fachspezialist für Canyoning bei der Alpinen Rettung Ostschweiz. Zwei Canyoning-Rettungspezialisten hätten die Suche nach den Vermissten in der Schlucht aufgenommen. Zwei Opfer wurden in der Einmündung des Stausees Gigerwald gefunden. Ein weiterer Mann wurde später in der Nähe entdeckt. Sie alle waren von Gesteins- und Wassermassen rund 300 Meter mitgerissen worden.

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Nach dem vierten Mitglied der Gruppe wurde am Donnerstag noch gesucht. Am Nachmittag musste die Suche unterbrochen werden, weil der Wasserstand der Bäche wieder angestiegen war. Laut SRF Meteo waren zur Zeit des Unglücks lokal heftige Gewitter mit großen Regenmengen erwartet worden. Südlich von Vättis wurde eine Regenmenge von rund 40 Millimetern verzeichnet. Das Gewitter erreichte laut SRF Meteo die Gefahrenstufe 2 von 3 gemäß europäischen Standards, zudem hatten Wetterdienste davor gewarnt.

Die beiden Frauen, die Alarm geschlagen hatten, werden betreut. Eine der beiden ist die Ehefrau eines der Opfer. Die vier Verunglückten sind 30, 33, 38 und 48 Jahre alt.

Das Parlitobel ist ein für den Canyoning-Sport bekannter Ort, der im Internet und in verschiedenen Schluchtenführern beschrieben wird. Ob die Sportler die Gefahr hätten vorhersehen können, ist bisher noch offen. Für Aussagen zur Schuldfrage sei es noch zu früh, sagte Krüsi.


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