Fassungslosigkeit nach Unfalltod eines vierjährigen Buben in Oetz

Nachdem ein Bub aus Lermoos in Oetz von einem Auto überrollt wurde, herrscht tiefe Trauer. Warum der Pkw in Bewegung geriet, ist noch unklar. Auch in Weer war es einige Tage zuvor zu einem tragischen Unfall mit einem Auto gekommen.

Auch in Weer (Bild) kam es diese Woche zu einem tragischen Unfall, bei dem sich ein geparktes Auto in Bewegung setzte. Ein 57-Jähriger erlag am Donnerstag seinen schweren Verletzungen.
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Oetz, Lermoos, Weer – Es ist eine unfassbare Tragödie: Die Nachricht, dass ein vierjähriger Bub am Donnerstagnachmittag in Oetz von einem Auto überrollt und tödlich verletzt wurde, hat in ganz Tirol Schock und Trauer ausgelöst.

„Ich habe es erst Freitagfrüh mitbekommen“, zeigt sich Hansjörg Falkner, der Bürgermeister von Oetz, tief betroffen. Es sei wohl das Schlimmste, was einer Familie passieren könne, meint er besonders in Hinblick auf den Großvater des Kindes. Der Außerferner war am Donnerstag mit seinem kleinen Enkel zu Besuch bei Bekannten. Während der Bub dabei war, auf der Beifahrerseite Obst ins Auto des Außerferners einzuladen, kam der Pkw aus vorerst unbekannten Gründen ins Rollen. Der Bub wurde erfasst und blieb schwerstverletzt in der Einfahrt liegen. Trotz Reanimationsmaßnahmen und notärztlicher Versorgung verstarb er noch vor Ort.

Auch der Lermooser Bürgermeister Stefan Lagg erfuhr erst Freitagfrüh vom schrecklichen Unfall: „Ich habe die Meldung mit Entsetzen in der TT gelesen“, schildert er. Dann kam gegen 7.30 Uhr ein Anruf: „Ich wurde vom Kindergarten aus informiert, dass das Kind aus Lermoos ist“ – und zwar aus seiner eigenen Nachbarschaft. Die Eltern des verunglückten Buben haben noch ein zweites Kind, der Großvater kümmerte sich jeden Donnerstag um den Buben. Diesmal stand ein Ausflug nach Oetz am Programm.

„Ich kann nur hoffen, dass sie bestmöglich betreut werden“, gilt Laggs Mitgefühl der gesamten Familie. Er wolle helfen, wenn er könne. „Jeden Tag liest man, dass so etwas auf der Welt vorkommt. Aber dann kommt es auf einmal 200 Meter neben dir an.“ Die Zeit heile sicher viele Wunden, „aber solche Einschnitte bleiben ein Leben lang im Kopf“.

Bereits am Montag war es auch in Weer zu einem tragischen Unfall mit einem Auto gekommen, das sich plötzlich in Bewegung setzte. Der Pkw, den ein 50-Jähriger vor einer Garage abgestellt hatte, rollte aus noch unbekannten Gründen ca. 160 Meter über ein abschüssiges Feld und in den Garten eines Wohnhauses. Ein 57-Jähriger wurde mit voller Wucht gegen die Hauswand gedrückt, er erlag am Donnerstag seinen schweren Verletzungen.

Laut Polizei wurden in beiden Fällen die Unfallautos sichergestellt, nun gilt es, die Sachverständigengutachten abzuwarten. Warum die Autos in Bewegung geraten sind, bleibt vorerst also unklar.

Ganz allgemein betont Experte Klaus Robatsch vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KSV), dass (zusätzlich zum Einlegen des Ganges) auch schon bei leichtem Gefälle stets die Handbremse fest anzuziehen sei. Dass sich ein Auto trotzdem in Bewegung setze, komme ganz selten vor. In sehr steilem Gelände rät Robatsch zusätzlich dazu, die Vorderräder zum Fahrbahnrand hin einzuschlagen. (pascal, md)


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