Mehr als 50.000 Corona-Tote in Indien

Indien hat am Montag die Schwelle von 50.000 Corona-Toten überschritten. Laut der Webseite des Gesundheitsministeriums starben bisher 50.921 Menschen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion, mehr als 2,6 Millionen sind infiziert. Innerhalb von 24 Stunden meldeten die Behörden mehr als 900 neue Todesfälle. Das Land hat nach den USA, Brasilien und Mexiko die meisten Corona-Toten zu beklagen.

Viele Experten gehen davon aus, dass die Dunkelziffer noch weitaus höher liegt, da in dem zweitbevölkerungsreichsten Land der Erde wenig getestet wird. Zudem werden die Todesfälle oft nicht richtig erfasst. Trotz der steigenden Zahl der Todesfälle schrieb das Gesundheitsministerium am Sonntag im Kurzbotschaftendienst Twitter, dass die Sterberate bei Corona-Infektionen in Indien mit weniger als zwei Prozent „eine der niedrigsten weltweit“ sei.

Das neuartige Coronavirus breitet sich in Indien derzeit vor allem in ländlichen Gebieten stark aus, in denen die Gesundheitssysteme besonders schlecht ausgebaut sind und Schutzmaßnahmen wie das Tragen von Masken und Abstandsregelungen oftmals ignoriert werden. Auch werden Infizierte in diesen Regionen häufig gesellschaftlich geächtet, was Menschen abschreckt, sich testen zu lassen.

Unterdessen wurden nach mehreren Infektionsherden im Zusammenhang mit religiösen Gruppen in Südkorea Tausende Mitglieder einer protestantischen Gemeinde in der Hauptstadt Seoul unter Quarantäne gestellt worden. Bis Montag seien unter den Mitgliedern der umstrittenen Sarang-Jeil-Kirche 315 Corona-Fälle nachgewiesen worden, teilte das Gesundheitsministerium mit. Etwa 3.400 der Gläubigen müssten sich deshalb isolieren.

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Erschwert wird die Nachverfolgung von Verdachtsfällen durch eine „fehlerhafte“ Mitgliederliste, welche die Kirche bereitgestellt habe. Bisher sei jeder sechste vorgenommene Corona-Test in der Gemeinde positiv ausgefallen, erklärte Vize-Gesundheitsminister Kim Gang-lip. Nötig seien deshalb jetzt „schnelle Tests und Isolation“.

Am Montag meldeten die Behörden 197 Neuinfektionen binnen 24 Stunden, wodurch die Gesamtzahl der Coronafälle seit Beginn der Pandemie in dem Land auf mehr als 15.500 stieg. Südkorea hatte die erste Corona-Welle rasch unter Kontrolle bekommen und wurde mit seiner Strategie „Nachverfolgen, testen, behandeln“ zum weltweiten Vorbild im Kampf gegen das neuartige Coronavirus.


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