Reisewarnung für Kroatien in Kraft

Um Mitternacht ist eine vom Außenministerium verhängte Reisewarnung für Kroatien in Kraft getreten. Sie wird seitens der Regierung zur Eindämmung der Weiterverbreitung des Coronavirus für erforderlich gehalten. Rund 350 Österreicher oder in Österreich lebende Personen schafften es wegen des Rückstaus allerdings nicht mehr rechtzeitig über die Grenze in Spielfeld nach Österreich.

Zuletzt waren rund ein Drittel der insgesamt angestiegenen Neuinfektionen mit SARS-CoV-2 auf einen Reisebezug zurückzuführen. Hauptsächlich hatten Kroatien-Urlauber das Virus eingeschleppt. Die Regierung kündigte daher am Wochenende grundsätzlich hinsichtlich der Heim- bzw. Durchreisenden aus den Risikogebieten, für die eine Reisewarnung gilt, verstärkte und verbesserte gesundheitsbehördliche Kontrollen an. Betroffen davon sind Grenzübergänge zu Italien, der Slowakei, Slowenien und Ungarn.

Bei der Einreise nach Österreich ist ein ärztliches Gesundheitszeugnis vorzulegen, welches einen negativen PCR-Test bestätigt, der nicht älter als 72 Stunden zurückliegen darf. Wenn ein solcher Nachweis nicht erbracht werden kann, müssen Reisende innerhalb von 48 Stunden einen Test veranlassen und sich bis zum Vorliegen des Ergebnisses in Heimquarantäne begeben.

Rund 350 Personen, die es nicht vor Mitternacht über die Grenze in Spielfeld geschafft haben, müssen nun vorerst in Quarantäne, sagte Manfred Walch, Bezirkshauptmann von Leibnitz, Montagfrüh zur APA. Bis etwa 1.30 Uhr habe sich der Stau aufgelöst. Die Reisewarnung für Kroatien hatte viele Urlauber dazu veranlasst, noch am Sonntag die Rückreise nach Österreich anzutreten.

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Den Plan hatten allerdings viele und auch viele deutsche Urlauber, die als Transit gelten, aber wegen des Endes der Ferien in einigen Bundesländern zurück wollten. So kam es, dass es schon an den Grenzübergängen von Kroatien nach Slowenien staute und dann in Folge auch besonders in Spielfeld bei der Einreise nach Österreich. Zeitweise war mit drei Stunden Wartezeit zu rechnen.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) erteilte unterdessen Teststraßen direkt an der Grenze eine Absage. Der Aufwand wäre riesengroß, wie er in einem Gespräch mit dem ORF-Ö1-Morgenjournal ausführte. Außerdem mache es aus seiner Sicht keinen Unterschied, ob man bei 1450 anruft und sich eine Gratis-Testung organisiere oder wie in Wien zu einem Drive-In-Test fährt.

Der Gesundheitsminister appellierte an die Landesbehörden, genug Personal für Grenzkontrollen zur Verfügung zu stellen. Er habe in diesem Sinn bereits am Freitag einen Erlass herausgegeben. Es gehe darum, dass alle gemeinsam „die Einreiseverordnung gut vollziehen“. Die Unterstützung durch das Bundesheer im Rahmen des Assistenzeinsatzes sei eine „zusätzliche Möglichkeit“.

Anschober sagte, bei Befragungen an der slowenisch-österreichischen Grenze müsse festgestellt werden, ob der Einreisende tatsächlich nur aus Slowenien komme oder doch aus Kroatien. In manchen Fälle könnten diese Befragungen auch sehr ins Detail gehen, kündigte der Gesundheitsminister an. Dabei könne in Einzelfällen „auch verlangt werden, dass man sehr präzisiert“. Da geht es Anschober zufolge beispielsweise darum, in welchem Ort der Betreffende war oder in welchem Hotel. „Aber Tatsache ist: Einen Lügendetektor können wir nicht an die Grenze stellen.“

Anschober stellte auch klar, dass jene, die vor dem Inkraftreten der Reisewarnung für Kroatien in der Nacht auf Montag zurückgekehrt sind und sich einem freiwilligen Test unterziehen, nicht bis zum Vorliegen dieses Testergebnisses in Quarantäne bleiben müssen. Er appellierte aber, dass diese sich so verhalten, dass eine Ansteckung anderer Menschen so gut wie ausgeschlossen ist. Durch die Reiserückkehrer aus Kroatien gehe er von Tausenden zusätzlichen Tests aus.


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