Ex-Wacker-Trainer Grumser und der schleichende Abschied

Der Vertrag von Ex-Wacker-Trainer Grumser läuft bis 2021, ein Gespräch mit der sportlichen Führung blieb gestern ohne Ergebnis.

Die Beziehung zwischen Ex-Trainer Thomas Grumser (Mitte) und Manager Al­fred Hörtnagl (r.) scheint nicht zu kitten zu sein.
© GEPA pictures/ Andreas Pranter

Von Florian Madl

Wien – Thomas Grumser, seit 31. Juli 2020 Wacker-Trainer außer Dienst, aber mit Vertrag bis 2021. Geholt: als Jungtrainer im Stile eines Julian Nagelsmann, als Tüftler mit offensiver Spielauffassung, der mit Jungen kann. Seit 2011 betreute der frühere Meister-Kicker (FC Tirol/2000) die Amateure. Talente wie Felix Bacher, Murat Satin, Raphael Gallé, Matthäus Taferner, Sefik Abali oder Felix Mandl tanzten nach seiner Pfeife. Die forcierte der 40-jährige Innsbrucker nach Kräften und schob sie als Westliga- und später Zweitliga-Trainer in den Vordergrund, Routiniers genossen keine Freiräume. Ebendas sollte ihm nach Ansicht seines Managers Alfred Hörtnagl zum Verhängnis werden. Gestern fand ein weiteres Gespräch mit Grumser statt, die Zeichen stehen vorerst nicht auf Zusammenarbeit.

Es hätte gut angefangen, denn nach dem Schweizer Trainer-Flop Maurizio Jacobacci sorgte der Blondschopf mit seiner Bestellung am 21. September 2016 für Ruhe. Die „Grumser-Tabelle“ sprach für sich, doch Grumser (damals noch ohne UEFA-Pro-Lizenz) hätte in der Folge ins zweite Glied rücken müssen – was ihm „nicht taugte“, am 5. Jänner 2017 machte er seinem Nachfolger Karl Daxbacher Platz. „Er ist unser Mann für die Zukunft, wir planen fest mit ihm“, meinte Manager Alfred Hörtnagl beim Rückzug anerkennend, Grumser sollte weiter Wacker-Fohlen heranzüchten. Sein Versprechen: „Ich unterstütze den neuen Cheftrainer zu 100 Prozent.“

Nur zwei Jahre später beerbte er einen sich im Abstiegsstrudel befindlichen Trainer erneut – um abzusteigen. Ein Abstieg, der Spuren hinterließ, denn Grumser scherte sich nicht um die Meriten von Routiniers wie Martin Harrer oder Matthias Maak. Auch Zlatko Dedic, der sich aufgrund von Verletzungen immer wieder eine Auszeit nahm, wollte der Jung-Trainer keine Trainingspausen gewähren.

Das Verhältnis Grumser/Hörtnagl kühlte ab. Dazu passte, dass der Sparkurs des Vereins den finanziellen Spielraum für die Kampfmannschaft (Co-Trainer etc.) einschränkte, bei einer Heimfahrt von der Admira kam es zum offenen Bruch.

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Selbst der 3. Platz vor der Corona-Pause und der Halbfinaleinzug im ÖFB-Cup mit einem Team voller Youngsters retteten heuer Grumsers Posten nicht mehr. Wie es weitergeht? Dem LASK und Lustenau sagte er ab, ein Wacker-Individual-Trainer will er angesichts fehlender In­frastruktur nicht sein. Die Zukunft ist offen.


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