Selbst Djokovic schaut bei Tiroler Tennistalent Tomas genau hin

Aleksandar Tomas (17), Cousin von Weltfußballer Luka Modric, geht in die Tennis-Akademie zu Janko Tipsarevic, der ihn bald in den Top 100 sieht.

In der Akademie des Serben Janko Tisparevic (l.) soll der Ötztaler Aleksander Tomas schon bald zum Top-Spieler reifen.
© Team Tomas

Von Roman Stelzl

Oetz – Es trifft sich gut, dass Fußball-Star Luka Modric ein enger Freund von Tennis-Star Novak Djokovic ist. Denn wenn die beiden Weltklasse-Sportler wieder mal abseits des grünen (Fußball- oder Tennis-)Rasens ein Thema suchen, ist schnell ein neues da: Aleksandar Tomas.

Der 17-jährige Ötztaler ist nicht nur der Cousin des kroatischen Weltfußballers von 2018, sondern zählt darüber hinaus zu den größten Talenten im österreichischen Tennis. Die Fähigkeiten des 1,86 Meter großen Spielers haben die heimischen Grenzen längst überschritten – und das in einer solch beeindruckenden Form, dass sogar der ehemalige serbische Weltranglisten-Achte Janko Tipsarevic um die Ausbildung des Oetzers buhlte.

„Tipsarevic hat gesagt: ,Aleksandar ist gewaltig. Ich brauche ihn in meiner Akademie, es gibt wenige Spieler seines Jahrgangs, die so gut sind.‘ Er wollte ihn unbedingt“, erzählt Goran Tomas, Vater und erster Förderer seines Sohns. Die Entscheidung war schnell getroffen: Seit Montag trainiert Tomas offiziell in Belgrad in der „Tipsarevic Tennis Academy“, die der 36-Jährige bereits 2013 ins Leben rief. „Aleks bleibt für drei bis fünf Jahre dort. Tipsarevic hat gesagt, er macht ihn dort zu einer Maschine. In drei Jahren sieht er ihn in den Top 100 der Welt“, ergänzt Goran Tomas.

Dabei war der Kontakt per Zufall entstanden: 2018 war man im Urlaub auf der Suche nach einer Trainingsmöglichkeit. Der gebürtige Bosnier Goran Tomas, der 1993 nach seiner Soldatenzeit im Jugo­slawien-Krieg nach Tirol kam, kennt Tipsarevic schon länger, und so wurde aus einem Urlaubsausflug und einem Gasttraining 2019 schnell eine neue Tennis-Heimat – die Schule wird online gemacht.

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Doch nur mit dem nötigen Ernst für die Sache. Und davon gibt es in der harten Schule Belgrads genug. „Aleks steht um sieben Uhr auf und ist bis 21 Uhr mit Tennis beschäftigt. Es gibt kein Ausgehen, kein langes Handy-Spielen, er muss für das Tennis leben“, sagt Goran Tomas.

Am Willen dazu sollte es nicht scheitern. „Mit der Übersiedlung nach Belgrad will ich nun den nächsten Schritt machen“, sagt Aleksander Tomas, der mit vier Jahren zu spielen begann und bei Andreas Moitzi im Ötztal und später bei Hakan Dahlbo in Seefeld trainierte.

Der U16-Staatsmeister hat sich bereits selbst hohe Ziele gesetzt. 2021 will Tomas erstmals bei den Junioren-Grand-Slams aufschlagen, danach soll der Schritt zur ATP Challenger Tour gelingen. Ein ambitionierter Plan, der in Belgrad auf fruchtbaren Boden fällt. Denn dort wimmelt es aufgrund der vielen Plätze (Gras, Sand, Teppich und Hartplatz) nur so von hochklassigen Trainingspartnern.

Einer davon war vergangene Woche Filip Krajinovic (32. der Weltrangliste), ein anderer könnte schon bald der Djokovic sein. „Er schaut immer wieder bei Tipsarevic vorbei und trainiert dort. Erst letzte Woche war er da und hat Aleks genau zugesehen“, so Papa Tomas. Die Tipps abseits des Platzes gibt es von Cousin Luka Modric – quasi sein Mentalcoach. „Er redet mit Aleks viel über Motivation, hat gute Tipps und hilft sehr viel“, sagt Tomas und schwärmt: „Er ist jetzt an der Spitze angekommen. Die Motivation ist riesig – jetzt muss er hart für seinen Traum arbeiten.“


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