Direktoren und Eltern mit Corona-Schulpaket zufrieden

Das Maßnahmenpaket von Minister Heinz Faßmann (ÖVP) zum Schulstart in Corona-Zeiten wird von den Direktoren, aber auch Elternvertretern an den Pflichtschulen positiv aufgenommen. Die Lehrergewerkschaften hätten sich dagegen eine weitergehende Maskenpflicht gewünscht. Im Unterricht soll es nämlich keine Maskenpflicht geben, auch wenn die Corona-Ampel auf „orange“ oder „gelb“ steht.

Großflächige Schulschließungen sollen vermieden werden, eine Umstellung auf Heimunterricht soll es laut dem am Montag präsentiertem Konzept nur geben, wenn die Corona-Ampel auf „rot“ springt oder einzelne Schulen oder Klassen wegen Covid-19-Infektionen geschlossen werden. Das Infektionsgeschehen an den Schulen wird per Screening kontrolliert. Steht die Ampel auf „grün“, soll es an den Schulen weitestgehend Normalbetrieb geben. Ab Stufe „gelb“ gilt durchgehend Mund-Nasen-Schutz-Pflicht außerhalb von Klassenräumen. Im Unterricht soll es keine Maskenpflicht geben.

Der oberste Lehrergewerkschafter Paul Kimberger (FCG) anerkennt, dass nun ein „Rahmen“ vorliege, aber „jetzt gilt es natürlich noch sehr, sehr viele Details zu klären“, sagte er zur APA. Dabei gehe es etwa darum, wie man mit Verdachtsfällen umgehe, ob die Schulen Unterstützung von medizinischem Fachpersonal bekommen - denn ein Lehrer könne ja nicht beurteilen, ob ein Schüler die Grippe oder Covid-19 habe. Man müsse sich auch überlegen, wie groß der schulautonome Spielraum sei, denn beispielsweise seien die Gebäude sehr unterschiedlich. Was Maßnahmen wie eine Maskenpflicht betrifft, plädiert Kimberger dafür, dass die Schulen selbst entscheiden sollen, ob es sinnvoll sei.

AHS-Gewerkschafter Herbert Weiß (FCG) befand in der Tageszeitung „Heute“ (Dienstag-Ausgabe), „ein Unterricht ohne Schutzmasken wird in manchen Bereichen einfach nicht durchführbar sein“. So könne man etwa im EDV-Unterricht den Sicherheitsabstand nur schwer einhalten, wenn der Lehrer dem Schüler etwas am Bildschirm zeigen will. Weiß hätte sich in Sachen Maskenpflicht mehr Kompetenzen für Lehrer erhofft.

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Auch BMHS-Gewerkschafter Roland Gangl (FCG) sagte zur APA, dass die Schule für die Oberstufenschüler entscheiden sollte, ob eine Maskenpflicht sinnvoll ist oder nicht. Generell meint Gangl, dass sich nun die Baupolitik der letzten Jahrzehnte räche, was das geplante Abstandhalten und regelmäßige Lüften betreffe - dies sei ein Thema, mit dem man sich in Zukunft verstärkt auseinandersetzen müsse.

Äußerst zufrieden mit dem vorgelegten Paket ist die Sprecherin der AHS-Direktoren, Isabella Zins: Die Direktorenvertreter hätten gut mit dem Ministerium zusammengearbeitet und es sei viel Expertise aus der Praxis eingeflossen, erklärte sie gegenüber der APA. Man könne von keinem Papier erwarten, dass jede Frage beantwortet werde, aber als Unterstützung sei es „sehr hilfreich“ - etwa was im Verdachtsfall passiert und wie man den Schulalltag in den einzelnen Ampelphasen organisiert. In Bezug auf die Masken plädiert Zins dafür, „mit Herz und Hirn“ zu agieren. Es hätten ohnehin alle eine Maske dabei und es spreche nichts dagegen, sie auch während einer grünen Ampelphase zwischendurch etwa für Gruppenarbeiten aufzusetzen. „Es ist wichtig, ein Schulklima zu schaffen, das möglichst normal ist.“ Zins ist davon überzeugt, dass sich die Situation einspielen wird: „Es wird funktionieren.“

Evelyn Kometter, Vorsitzende des Dachverbands der Elternvereine an Pflichtschulen, sieht sehr viele Elternanliegen miteingearbeitet. Teilweise müsse freilich nachgeschärft werden. So müsse es in der ersten Schulwoche nicht nur einen Elternbrief geben, sondern an jedem Schulstandort einen Fahrplan, damit die Eltern wissen, was in gewissen Situationen passiert. Auch fordert Kometter, dass es für Schüler, die zuhause bleiben, weil sie etwa zur Risikogruppe gehören, einen Livestream aus dem Klassenzimmer gibt. Dass es bei grüner Ampel keine Maskenpflicht im Schulhaus gibt, findet die Elternvertreterin gut.


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