Reinhold Messner lässt Filmkarriere langsam ausklingen

Bergsteigerlegende Reinhold Messner sieht das Ende seiner 2016 mit dem Regiedebüt „Still Alive“ eingeleiteten Filmkarriere kommen. Sechs Dokumentarfilme über Klettereien und Erstbesteigungen in den Dolomiten werde er gemeinsam mit Sohn Simon noch fertigstellen, dann solle dieser die Filmprojekte übernehmen, erklärte Messner im APA-Gespräch.

„Simon ist um einiges talentierter als ich“, räumte der 75-Jährige ein, der noch 2016 Ambitionen hegte, mit einem Filmprojekt in Hollywood aufzuschlagen. Damals schien der höchste Film- und Entertainmentgipfel noch zum Greifen nahe, hatte sich doch ein bekannter Produzent die Rechte an einem von Messner geschriebenen Bergsteigerfilm gesichert. „Diese Pläne sind noch nicht auf Eis, in einer Woche habe ich einen Termin mit besagtem Regisseur aus Hollywood“, zeigte sich Messner aber unverdrossen zuversichtlich. Es dauere nur seine Zeit.

Derzeit drehe er den dritten Teil der sechsteiligen Dokumentarfilmreihe in den Südtiroler Dolomiten. „Coronabedingt haben sich die Dreharbeiten etwas nach hinten verlagert, für ein paar Schlüsselszenen müssen wir auf den Schnee warten“, sagte Messner. Gedreht werde an der Schleierkante. Am 19. Juli 1920 gelang Gunther Langes und Erwin Merlet die Erstbegehung, die sich in der Folge zu einer der, vor allem unter internationalen Kletterern, beliebtesten Kletterrouten der Pala-Gruppe und der gesamten Dolomiten entwickelte.

Sein Debüt als Filmemacher und Regisseur feierte Messner im Oktober 2016 mit dem auf Servus TV ausgestrahlten Dokumentarfilm „Still Alive“. Messner brachte damals die wahre Geschichte des jungen Mediziners und Tiroler Bergsteigers Gert Judmaier auf den Schirm, der im Jahr 1970 beim Abstieg vom 5.199 Meter hohen Mount Kenya in Ostafrika 30 Meter in die Tiefe stürzte und sich einen offenen Unterschenkelbruch zuzog.

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„Etwa alle zehn Jahre habe ich das Bedürfnis, mich neu zu erfinden. Ich bin vielseitig interessiert und engagiert. Ich muss mich entscheiden, worauf ich mich in dieser letzten Lebensphase konzentrieren möchte“, gab sich der Südtiroler nachdenklich. Sein Fokus liege auf dem Weitergeben seiner Erfahrung als Extrembergsteiger, er sehe sich dazu verpflichtet, für den traditionellen Alpinismus zu kämpfen. Mit einer „Final Expedition“ rund um die Welt wolle er sein Verständnis vom Bergsteigen und seinen Appell zum Respekt für die Berge weitergeben. Die Expedition hätte ihn zunächst nach Australien und Neuseeland geführt.

Im vergangenen Jahr hatte die Bergsteigerikone auch privat für Schlagzeilen gesorgt. Der gewohnt wenig öffentlichkeitsscheue Messner gab bekannt, sich in eine „um einige Jahrzehnte jüngere“ Frau verliebt zu haben. Seitdem ist er mit der 40-jährigen Diane Schumacher liiert. Heiratspläne legte die Alpinlegende vorerst ad acta. „Wir führen eine lebendige Partnerschaft. Wir leben, reisen und arbeiten zusammen. Eine Hochzeit ist reine Formsache und momentan kein Thema“, ließ der Südtiroler wissen. Ende April hatte er sich von Ehefrau Sabine scheiden lassen. Damals schloss der 75-Jährige nicht aus, dass er und seine aus Luxemburg stammende neue Lebensgefährtin irgendwann heiraten werden.

Momentan ist Messner nicht zuletzt aufgrund seiner vergangenen bergsteigerischen Glanztaten omnipräsent: Vor 40 Jahren, am 20. August 1980, erreichte er erstmals im Alleingang und ohne künstlichen Sauerstoff den 8.848 Meter hohen Gipfel des Mount Everest - und schrieb damit Alpingeschichte.


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