Nagelhäuser in China: Eine Geschichte über Enteignungen

Aus China gibt es oft kuriose Bilder von Häusern, die sich Bauprojekten in den Weg stellen. Gebaut wird trotzdem. In Tirol verhandelt man (inzwischen) länger, enteignet wird aber immer noch.

Wu Ping kämpfte vor zehn Jahren in Chongqing erfolgreich für eine höhere Entschädigung für ihr altes Ziegelhaus.
© imago stock&people

Von Matthias Christler

Auf ein gutes Ende läuft diese Geschichte über die stursten Hausbesitzer der Welt leider nicht hinaus. Sie sind standhaft und wehren sich solange es geht gegen das chinesische System der Enteignung, am Ende siegt aber meist der Staat. Im besten Fall holen die Bewohner noch ein wenig mehr Geld für ihr Eigentum heraus.

Fotos von ihren so genannten Nagelhäusern – das sind Gebäude, die wie ein Nagel in hartem Holz feststecken und weder hineingeschlagen noch herausgezogen werden können – gehen seit Jahren um die Welt.

Jetzt war es wieder einmal so weit. In der Millionenmetropole Guangzhou hat sich die Besitzerin eines 40 Meter breiten Hauses gegen den Bau einer Autobahnbrücke zur Wehr gesetzt. Erfolgreich, möchte man meinen, wenn man die skurrilen Aufnahmen sieht. Denn ihr Haus steht noch. Aber die Brücke wurde trotzdem gebaut, Anfang August eröffnet und sie führt mit jeweils zwei Spuren um das Haus herum.

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