Obama und Harris gehen hart mit Trump ins Gericht

Der frühere US-Präsident Barack Obama ist hart mit seinem Amtsnachfolger Donald Trump ins Gericht gegangen. Trump habe das Präsidentenamt nie „ernst“ genommen und sei eine Gefahr für die US-Demokratie, heißt es laut dem vorab veröffentlichten Redetext in der Parteitagsrede, die Obama am Mittwochabend (Ortszeit) halten wollte. Auch Vize-Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris, die nach Obama sprechen sollte, attackiert Trump scharf.

„Ich hatte gehofft, dass Donald Trump zum Wohle unseres Landes Interesse daran zeigen könnte, den Job ernst zu nehmen; dass er das Gewicht des Amtes spüren und Ehrfurcht für die Demokratie entdecken könnte, die in seine Obhut gelegt wurde“, wollte Obama laut Redetext sagen. „Aber das hat er nie.“

Trump habe nie versucht, sich an die Arbeit zu machen, Kompromisse zu suchen oder die Macht des Präsidentenamtes zu nutzen, um Menschen zu helfen - „außer ihm selbst und seinen Freunden“, kritisiert Obama. Der Republikaner behandle die Präsidentschaft „wie eine weitere Reality-Show, die er nutzen kann, um die Aufmerksamkeit zu bekommen, nach der er sich sehnt“.

„Donald Trump ist nicht in den Job hineingewachsen, weil er es nicht kann“, betont Obama in seiner geplanten Video-Ansprache laut Redetext weiter. Das habe ernsthafte Konsequenzen: In der Corona-Pandemie seien in den USA 170.000 Menschen gestorben, Millionen Menschen hätten ihren Job verloren, der Ruf der USA habe weltweit Schaden genommen und „unsere demokratischen Institutionen sind bedroht wie nie zuvor“.

Trump reagierte mit einem scharfen Gegenangriff auf die Vorwürfe seines Vorgängers. Obama sei ein „furchtbarer“ Präsident gewesen und habe „keinen guten Job“ gemacht, sagte der Republikaner bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. „Ich sehe den Horror, den er uns hinterlassen hat, die Dummheit der Transaktionen, die er gemacht hat.“ Er selbst sei nur Präsident geworden, weil Obama sein Vorgänger und Joe Biden dessen Vizepräsident gewesen sei, sagte Trump.

Biden wird Trump am 3. November als Präsidentschaftskandidat der Demokratischen Partei herausfordern. Als Vize-Kandidatin zieht die schwarze Senatorin Harris an seiner Seite in das Rennen.

In Harris‘ Nominierungsrede finden sich ebenfalls scharfe Attacken auf Trump. „Donald Trumps Führungsversagen hat Leben und Existenzen gekostet“, heißt es in dem Redetext offenbar mit Blick auf die Corona-Pandemie. „Wir befinden uns an einem Wendepunkt.“ Trumps „Inkompetenz“ führe bei den Menschen zu Angst, seine „Herzlosigkeit“ zum Gefühl der Einsamkeit.

Der Parteitag der Demokraten wird wegen der Corona-Pandemie weitgehend virtuell ausgetragen. Biden wird seine Nominierungsrede am Donnerstag zum Abschluss des viertägigen Parteitags halten. In Umfragen liegt der frühere Vizepräsident derzeit vor Amtsinhaber Trump.


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