Die Zusatzpension soll mehr in den Mittelpunkt rücken

Österreicher verlassen sich sehr auf das staatliche Pensionssystem. Der Fachverband der Pensionskassen fordert mehr Fokus auf private und berufliche Vorsorge.

Zusätzliche Altersvorsorge ist besonders für Geringverdiener wichtig, betont der Fachverband der Pensionskassen.
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Wien – Das österreichische Pensionssystem besteht bekanntlich aus drei Säulen – der staatlichen, der betrieblichen und der privaten Vorsorge. Der Fachverband der Pensionskassen in der Wirtschaftskammer erneuert nun seine Forderung, die zweite und die dritte Säule zu stärken (derzeit sind rund 91 Prozent der ausgezahlten Pensionen rein staatlich). Die Regierung solle sich – trotz Verständnis für die Corona-Maßnahmen – wieder des Themas Altersvorsorge annehmen. Zur Sicherung der Pensionen sei nämlich „der Ausbau der zweiten und dritten Säule ein entscheidender Hebel“, ist Fachverbands-Obmann Andreas Zakostelsky überzeugt.

Rückenwind dafür gibt die EU-Kommission, eine von ihr eingesetzte Arbeitsgruppe gab im Juni Empfehlungen für ein nachhaltiges, also langfristig finanzierbares Pensionssystem. Zur Stärkung der kapitalgedeckten Systeme schlägt die EU-Arbeitsgruppe demnach eine automatische Aufnahme in eine betriebliche Vorsorge – ein „Auto-Enrolment“ – vor, sagte Stefan Pichler, Geschäftsführer des Fachverbandes. Damit würde jeder Arbeitnehmer, dessen Arbeitgeber einen Vertrag mit einer Pensionskasse hat, automatisch in diese einzahlen – außer, er entscheidet sich explizit dagegen.

Außerdem fordert der Fachverband einen „Generalpensionskassen-Vertrag“. Damit sollen Dienstnehmer ihr Guthaben aus der „Abfertigung neu“ in eine Pensionskasse übertragen und damit in eine lebenslange Rente umwandeln können. Auch brauche es die Möglichkeit, dass Geringverdiener – etwa Teilzeitkräfte – ihre Zahlungen in eine Pensionskasse von der Steuer absetzen können. Das Ansparen einer Zusatzpension werde dadurch attraktiver. (ritz)

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