Tirols Hausärzte pochen auf schnellere Corona-Tests

Tirols Hausärzte wollen künftig selbst testen.
© APA (dpa)

Innsbruck, Wien – Tirols Hausärzte fordern erneut Schnelltests. Man würde im Herbst eine Verlängerung der Infektionskette riskieren, wenn Hausärzte nicht direkt und schnell gleich in der Ordination selbst auf Corona testen könnten, sagt Herbert Bachler, Präsident der Tiroler Gesellschaft für Allgemeinmedizin.

Aktuell würden Patienten im Verdachtsfall vom Arzt gemeldet – der Patient erhält einen Code und muss dann entweder in eine Screening-Straße zum Testen fahren oder daheim warten, bis ein Epidemie-Team kommt und testet. Auch wenn Schnelltests keine hundertprozentige Sensitivität hätten, könne man trotzdem binnen 40 Minuten zumindest abschätzen, ob es sich eher um einen banalen Infekt, Influenza oder doch um einen Covid-19-Verdachtsfall handle, so Bachler.

Gerade im Herbst und Winter, der Hochsaison für Infekte, sei das für die Primärversorgung sinnvoll (die TT berichtete). Und: „Man würde aber auch der Wirtschaft helfen, weil die Leute nicht vier oder fünf Tage auf ihr Testergebnis warten müssten, was derzeit oft der Fall ist“, erklärt Bachler. Bis dato ist der Wunsch der Ärzte aber scheinbar an der Finanzierung gescheitert.

Der Ball wird zwischen Land und Bund hin- und hergeschoben. Bachler hält den Schritt, Hausärzten Tests zur Verfügung zu stellen, auch deshalb für notwendig, „um den Fehler vom Frühjahr, dass wegen Covid-19 viele Patienten mit anderen Infekten nicht zeitnah ihren Hausarzt aufgesucht haben und entsprechend behandelt wurden, zu vermeiden“. Aktuell sei die medizinische Versorgung durch Hausärzte gewährleistet, kein Kranker müsse Sorge haben, nicht entsprechend seinen Symptomen nach vorheriger Kontaktaufnahme mit seinem Hausarzt gut versorgt zu werden.

Auf Nachfrage der TT im Ministerium heißt es: „Es gibt derzeit Gespräche zwischen Gesundheitsministerium und Österreichischer Gesundheitskasse, was die mögliche Durchführung von PCR-Tests in niedergelassenen Praxen betrifft. Die Kosten dafür sollen vom Bund übernommen werden, die Rahmenbedingungen werden derzeit erarbeitet.“ In den laufenden Verhandlungen gehe es um PCR-Tests. Die geplante Vorgangsweise sei, dass niedergelassene Ärzte den Nasen-Rachen-Abstrich entnehmen und dann an ein Labor schicken. (lipi)


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