„Wir hatten eine gesundheitliche Irritation“

Autor Gabriel Barylli sorgte mit Aussagen zur Corona-Krise für Unverständnis. Während der Lockdown-Zeit schrieb er neue Musicals auf Ibiza.

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Kitzbühel – Nach vorübergehendem Ibiza-Aufenthalt ist Gabriel Barylli, 63, nun wieder im heimatlichen Wien zurück. Vorher machte er noch einen Abstecher nach Tirol, zum Sommertheater in Kitzbühel, dessen Ehrenschutz er heuer übernommen hatte. Dabei wurden einige seiner dort getätigten Aussagen als „skurril“ bekrittelt. Das ärgert ihn.

Warum fand Ihr erster Heimat-Stopp in Tirol statt?

Gabriel Barylli: Die Veranstalter sind seit zehn Jahren liebe Freunde, und sie haben ihr Festival von Anfang an aufs Wunderbarste gestaltet. Ohne Förderung, mit größtem persönlichen Einsatz. Manchmal spielen sie auch Stücke von mir. Es war mir jedenfalls eine Freude, wieder dabei zu sein.

Und welche „skurrilen“ Aussagen haben Sie bei dieser Gelegenheit gemacht?

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Barylli: Es ging um die Corona-Zeit, und dazu habe ich eben eine eigene Meinung. Wir hatten keine Katastrophe, sondern eine gesundheitliche Irritation. Wenn Regierungen weltweit die Grundrechte aussetzen und es diesbezüglich auch schon Klagen im jeweiligen Land und auch beim Europäischen Gerichtshof gibt, dann könnte man diesen Vorgang durchaus als erste Stufe hin zur Diktatur benennen.

Immerhin müsste man den Politikern zugutehalten, dass anfangs ja niemand die Entwicklung ahnen konnte.

Barylli: Das ist richtig. Ich spreche ja vor allem vom Lockdown, im Zuge dessen Hunderttausende stationäre Behandlungen und nötige Operationen abgesagt wurden, und wegen dieser Absagen ist in der Folge mit Zehntausenden Toten allein in Europa zu rechnen. Und die schweren wirtschaftlichen Folgen durch die unverhältnismäßigen Maßnahmen kommen noch auf uns zu. Es muss erlaubt sein, Fakten anzuführen, ohne dass dies gleich als „skurril“ gilt. In Servus TV und bei Markus Lanz im ZDF war übrigens eine interessante Vielfalt an Meinungen vertreten.

Gewissermaßen ein „Querdenker“ waren Sie auch schon früher. Sie haben ein Theaterstück über den „CO2-Schwindel“ geschrieben, das bis jetzt aber kein Theater aufzuführen wagt?

Barylli: Es betitelt sich „Die Rettung der Welt“ und ist seit fünf Jahren fertig. Hauptfiguren sind zwei Brüder, der eine Politiker, der an ein CO2-Desaster glaubt, der andere Wissenschafter, der ihm beweist, dass die Menschen durch Lügen manipuliert werden, und dass sich mit Hilfe der Politik daraus ein Riesengeschäft machen lässt.

Warum, denken Sie, sind die Theaterdirektoren so ängstlich?

Barylli: Nennen Sie es Selbstzensur. Oder vorauseilenden Gehorsam.

Und wie sieht Ihre CO2-Wahrheit aus?

Barylli: Niemand legt zum Beispiel die wissenschaftlichen Fakten der Eiskernbohrungen auf den Tisch. Alle erzählen, dass sich die Erde erwärmt, weil es so viel CO2 gibt. Die Eiskernbohrungen – können Sie alles im Internet nachlesen – beweisen das Gegenteil.

Auch die NASA hat mittlerweile eine Meldung herausgegeben: Durch die Verschiebung der Erdachse verstärkt sich die Sonnenstrahlung. Die Erde wird wärmer, und dadurch entlassen die Ozeane CO2. Die Autofahrer verursachen nur einen marginalen Schadensanteil, aber die lassen sich halt am einfachsten abcashen. Nebenbei: Der ehemalige US-Vizepräsident Al Gore erzählte uns in seinem Film „Eine unbequeme Wahrheit“ 2017 auch noch allerlei Geschichten, neun seiner Behauptungen fand ein Gericht jedoch „fehlerbehaftet“.

An britischen Schulen darf der Film nur noch „kommentiert“ gezeigt werden. Keine Frage ist hingegen, dass die Abholzung der Urwälder ein Horror ist, ebenso der gewaltige Soja-Anbau. Soja wird zudem zur Rinderzucht verwendet, und die Methan-Ausscheidungen der Rinder sind ebenfalls eine echte Katastrophe.

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Zu Ihrem eigentlichen Metier: Wie haben Sie die Corona-Zeit auf Ibiza genützt?

Barylli: Ich habe geschrieben, geschrieben, geschrieben. Zwei Musicals sind nach dem Erfolg von „Ich war noch niemals in New York“ in Arbeit.

Was sind die Themen?

Barylli: Lässt mich der Verlag nicht verraten. Nur so viel darf ich sagen: Es geht wieder um Musiker und Sänger. Einer ist Österreicher, der andere Deutscher. Das Casting hätte bereits stattfinden können, doch auch da hat uns Corona zurückgeworfen. Genauso erging es uns mit der geplanten Hollywood-Verfilmung meines Stückes „Butterbrot“.

Ihre Ehefrau Sylvia Leifheit ist ebenfalls als Autorin sehr aktiv?

Barylli: Sieben Bücher hat sie schon geschrieben. Jetzt ist sie für das achte in Schreibklausur.

Noch einmal ein Schritt zur Politik. Mittlerweile sind die Grünen ja in der Bundesregierung. Und in Wien wird bald gewählt. Was halten Sie von den Wiener Grünen und ihrer Chefin, der Vizebürgermeisterin Birgit Hebein?

Barylli: Ich hätte gern eine Meinung, aber sie interessiert mich nicht. Doch ja, dieses sündteure Badebassin beim Westbahnhof, das sich ja als Vollflop erwiesen hat, dafür schäme ich mich zutiefst. Speziell in einer Zeit, wo es so viel Kinderarmut bei uns gibt, und in der die UNO prophezeit, dass aufgrund der aktuellen Situation weltweit bis zu 50 Millionen Kinder sterben werden.

Auf Ibiza ist Ihre Filmdoku über H.C. Strache entstanden, die ursprünglich in den Kinos gezeigt werden sollte. Aber nach all den bekannten Ereignissen: ein Ladenhüter für die Ewigkeit?

Barylli: Ich habe keine Ahnung. Nicht die geringste. Ich habe keine Kopie mehr. Alles Material liegt beim Auftraggeber, der Firma Medienlogistik in Linz.

Das Gespräch führte Ludwig Heinrich


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