Ungeduldige Geduldsspiele: Ausstellung beim Forum Alpbach

Junge Kunst statt großem Namen: Patrick Roman Scherer in der Forum-Ausstellung der Reither Galerie Schmidt.

Zeichnung von Patrick Roman Scherer von 2019.
© Bastian Schwind

Von Edith Schlocker

Reith/Alpbachtal – Alljährlich, wenn Alpbach für wenige Wochen zum – heuer virtuellen – „Dorf der Denker“ wird, präsentiert Gottfried Schmidt in seiner Reither Galerie eine wichtige Position zeitgenössischer Kunst. Internationale Größen von Nitsch über Rainer bis Christo absolvierten auf diese Weise einen Auftritt in der Tiroler Provinz. Mit Patrick Roman Scherer wird im heurigen Ausnahmejahr dagegen ein noch weitgehend unbekannter junger Künstler präsentiert, der durchaus das Potenzial hat, einmal groß zu werden. Und das ganz analog.

Fast jeder bildende Künstler zeichnet auch, der 32-jährige, aus Wörgl stammende Damisch-Schüler zeichnet nur. Mit Bleistiften unterschiedlicher Härten beschreibt er bis zu 150 x 100 Zentimeter große Papiere in einem höchst konzentrierten, keinerlei Fehler verzeihendem Tun mit unterschiedlichsten Mustern. Die sich bisweilen überlagern, durchdringen, wodurch neue entstehen, aber auch scheinbar klare Ordnungen irritierend in Unordnung geraten.

„The Fluid Meanings of Every­day Things“ nennt Patrick Roman Scherer den nach Alpbach mitgebrachten Zyklus neuer Zeichnungen. Angetrieben von „meiner Ungeduld“, wie der Künstler sagt, und inspiriert von der Wirklichkeit. Das kann ein Orientteppich genauso sein wie eine Zahnbürste, ein Gitter aus Maschendraht, eine Landschaft oder eine Leiter. Stilisiert zur aus unzähligen winzigen Strichen in diversen Nuancen zwischen Weiß und Schwarz collagenartig in der Fläche ausgebreiteten grafischen Struktur, die bisweilen erstaunlich malerisch daherkommt.


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