KTM-Pilot Espargaro erneut Freitag-Schnellster in Spielberg

Wie schon eine Woche zuvor ist Pol Espargaro auch am ersten Trainingstag für den Motorrad-Grand-Prix der Steiermark schnellster MotoGP-Pilot gewesen. Der spanische KTM-Fahrer war Freitagnachmittag auf trockener Strecke mit 1:23,638 Min. schneller als die Ducatis von Jack Miller und Andrea Dovizioso am Vormittag. Samstag droht im FP3 Regen. Drei KTM‘s wären für das Pole-Qualifying vorqualifiziert.

Nach den gefährlichen Unfällen vergangenen Sonntag beim GP von Österreich wurden die Piloten bei Teil zwei des WM-Doppels auf dem Red Bull Ring mit umfassenden Sicherheits-Umbauten empfangen. Vor der umstrittenen Kurve 3 ist in der Pause zwischen den beiden Österreich-Rennen eine aus Beton, Zaun, Air Fences und Reifenstapeln bestehende Sicherheitsbarriere errichtet worden. Dieses zwölf Meter lange Bauwerk reicht fast zum Scheitelpunkt der Kurve heran und soll verhindern, dass noch einmal Motorräder von vorher gestürzten Piloten über die Strecke schlittern oder fliegen und andere Fahrer treffen.

Die Maßnahme wurde allseits gelobt und begrüßt. Johann Zarco, der mit seinem Linienwechsel bei über 300 km/h den Horror-Unfall ausgelöst hatte, war am Freitag nicht am Start. Der Franzose ist am Mittwoch am Kahnbein der rechten Hand operiert worden und muss bei seinem nächsten Rennen aus der Boxengasse starten. Ob das schon der Steiermark-GP ist, war vorerst noch offen.

KTM sieht sich in Spielberg wie schon vergangene Woche als erster Herausforderer von Ducati, das mit Dovizioso als Speerspitze am Sonntag (14.00 Uhr, live auf Servus TV) mit dem sechsten Sieg in Serie die weiße Spielberg-Weste behalten will. Vor allem Espargaro will das mit aller Kraft verhindern und endlich seinen ersten GP-Sieg in der Königsklasse einfahren. Er hat die RC16 federführend mitentwickelt, der erste Sieg ging dann aber an Rookie Brad Binder. Zuletzt hatte Espargaro geführt, ehe ihn die Rennunterbrechung um einen möglichen Sieg brachte.

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaper

Zumindest am Freitag war der Spanier erneut Schnellster. Mit Espargaro, Miguel Oliveira (4.) und Binder (10.) wären gleich drei der vier KTMs für das Pole-Qualifying am Samstagnachmittag vorqualifiziert. War es am Freitag noch sonnig und heiß, ist am Samstag im FP3 Regen nicht auszuschließen.

„Die Dinge stabilisieren sich, gute Rundenzeiten kommen einfacher und regelmäßiger“, freute sich KTM-Sportchef Pit Beirer auf Servus TV. „Vor allem Pol ist sehr entschlossen und will sicher etwas beweisen“, ist der Deutsche überzeugt. Den Konflikt des Werksfahrers mit Oliveira nach dem Crash vom vergangenen Sonntag habe man bei einem Abendessen besprochen, so Beirer.

KTM sehe Tech3 nicht als Satellitenteam, sondern wolle als ein großes Werksteam mit vier Fahrern wahrgenommen werden, erklärte Beirer. „Deshalb war es wichtig, es gleich anzusprechen und aus der Welt zu schaffen.“ Die drei Top-Ten-Platzierungen - Iker Lecuona verpasste diese als 11. vorerst hauchdünn - seien ermutigend und wichtig. „Es kommt Regen, also muss die Zeit stehen“, so Beirer. „Drei fix im Q2 zu haben, ist ein gutes Gefühl. Es läuft alles nach Plan.“

In der Moto3 wird Maximilian Kofler am Samstag zulegen müssen, um im Rennen am Sonntag die Chance auf erste WM-Punkte wahrnehmen zu können. In den kombinierten Ergebnissen war der WM-Rookie aus Oberösterreich nach FP1 und FP2 unter 30 Piloten mit 1,5 Sekunden Rückstand 28. Sein erfahrener KTM-Teamkollege Darryn Binder markierte die 13. Zeit.

Auch beim zweiten Österreich-Rennen sind keine Fans zugelassen. Sie konnten aber auch am Freitag mithilfe des Virtual Green Carpets Piloten an der steirischen Rennstrecke virtuell treffen und mit ihnen plaudern.


Kommentieren


Schlagworte