PSG und Bayern auf Triple-Jagd: Finale verspricht Spektakel

Stürmerstars auf beiden Seiten, Tore en masse: Das Champions-League-Finale Paris Saint-Germain gegen Bayern München verspricht trotz leerer Zuschauerränge ein Spektakel zu werden. Am Sonntagabend (21.00 Uhr/live ZDF, Sky und DAZN) wollen David Alaba und Co. den furiosen PSG-Angriff mit den Superstars Neymar und Kylian Mbappe ausbremsen.

Für die Bayern wäre ein Erfolg im Estadio da Luz von Lissabon der sechste Titelgewinn in der Fußball-Königsklasse, das zweite Triple aus Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League nach 2013. Paris hat seit der Übernahme aus Katar vor neun Jahren mit Transferausgaben von über einer Milliarde Euro versucht, den Pokal zu erobern. Über 400 Millionen Euro kosteten alleine Neymar und Mbappe. Trainer Thomas Tuchel könnte nun schaffen, was seinen Vorgängern Jahr für Jahr den Job kostete. Auch PSG wäre mit einem Triumph in Portugal Triple-Sieger.

Lissabon erlebt heuer ein „wahres“ Finale zweier Landesmeister. Das gab es seit 1998 nicht mehr. Die Bayern wie auch PSG gelten in den heimischen Ligen als beinahe unantastbar. Ein Favorit ist nicht auszumachen. Ihre Halbfinal-Aufgaben erledigten die Finalisten bei 3:0-Siegen von PSG gegen RB Leipzig bzw. der Bayern gegen Olympique Lyon souverän. Die Münchner hatten davor den FC Barcelona mit 8:2 eliminiert. Die Franzosen wären indes beim 2:1 gegen Atalanta Bergamo fast gescheitert. Ihre Tore fielen erst in der 90. und 93. Minute.

Dass sich PSG gegen Leipzig deutlich gesteigert hat, blieb auch den Münchnern nicht verborgen. Tuchel hat es geschafft, dem Team die nötige Balance einzuimpfen. Defensiv waren der routinierte Abwehrchef Thiago Silva und seine Nebenleute kaum zu überwinden. Nur fünf Gegentore kassierte PSG im Bewerb. Die Bayern sind eine Tormaschine: 42 erzielten Treffern - 17 mehr als PSG - stehen acht erhaltene gegenüber. Neben Robert Lewandowski strahlten auch Serge Gnabry und Thomas Müller jede Menge Torgefahr aus.

TT-ePaper gratis testen und eine von fünf Snow Cards Tirol gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt mitmachen
TT ePaper

„Wir wissen, dass es schwer wird, es wird ein offenes Match mit vielen Toren“, sagte deshalb Bayerns Offensivmann Kingsley Coman. Der Franzose kennt Landsmann Mbappe. „Wir müssen versuchen, ihn unter Druck zu setzen, damit er so wenig Ballkontakte wie möglich hat“, meinte Coman über den 21-jährigen Weltmeister, den vor dem Turnier noch eine Knöchelverletzung plagte. Auch wenn das Duo in Lissabon bisher nicht getroffen hat: Mbappes Geschwindigkeit wie auch Neymars Tricks werden Alaba beschäftigen. „Man of the Match“ war gegen Leipzig freilich Angel di Maria, der ein Tor schoss und zwei vorbereitete.

Gegen Lyon hatten die Bayern mit den schnellen französischen Angreifern Probleme. „Man kann nicht immer jeden Ball verteidigen. Wir werden das analysieren“, sagte Alaba. Sein Trainer kündigte an, sich auf Paris einstellen zu wollen. „Wir wissen, dass Paris sehr schnelle Spieler hat“, meinte Hansi Flick. Er sagte aber auch: „Wir wissen, dass es unsere größte Stärke ist, den Gegner unter Druck zu setzen.“ Bayern-Vorstand Oliver Kahn stieß ins selbe Horn: „Es ist aber nicht so, dass nur Paris Mbappe und Neymar hat. Wir haben Lewandowski, wir haben Gnabry, wir haben Manuel Neuer“, betonte der ehemalige Torhüter.

Für PSG ist das Champions-League-Finale Neuland. Der größte internationale Erfolg war bisher der Gewinn des Cups der Cupsieger, 1996 setzten sich die Franzosen im Endspiel gegen Rapid (1:0) durch. Präsident Nasser Al-Khelaifi dürfte vorerst zufrieden sein. Der Katarer hat den Champions-League-Titel seit Jahren als Priorität Nummer eins ausgegeben. So gab Tuchel nach dem Halbfinale an, durchaus Druck verspürt zu haben. „Aber ich habe Spieler, die an diese Art von Druck gewöhnt sind“, erklärte der ehemalige Dortmund-Coach. Das Finale werde „das größte Spiel meiner Karriere“, so der 46-Jährige.

Zur Schlüsselfigur der Pariser soll Neymar werden. Der Brasilianer ist ob seines oft aufreizenden Spielstils bei Fans geliebt wie gehasst. Zuletzt agierte der Dribbelkünstler mannschaftsdienlich und stellte sein Ego hintan. Geht es nach Mbappe, könnte sich der 28-Jährige mit einem Erfolg im „Stadion des Lichts“ für Höheres empfehlen. „Ich bin mir sicher, wenn wir die Champions League gewinnen, kann er den Ballon d‘Or gewinnen“, meinte der Franzose. Bisher stand Neymar bei der Vergabe von individuellen Trophäen im Schatten von Lionel Messi und Cristiano Ronaldo. Diese sehen das Endspiel heuer nur im Fernseher.


Kommentieren


Schlagworte