Thiem sieht in „Bubble“ auch Vorteil: Voller Fokus

Die Spannung steigt, auch bei Dominic Thiem: Nur noch wenige Tage nach sechs Monaten ohne Profi-Tennis hat der 26-jährige Niederösterreicher vor sich. Dann geht es in New York fast schon in ein neues Zeitalter, jedenfalls in das erste ATP-Turnier inmitten der Coronakrise. Ohne Zuschauer, aber mit rigorosen Sicherheits- und Hygienemaßnahmen in Pandemiezeiten.

Thiem ist beim mit 4,674 Mio. Dollar dotierten Masters-1000-Event, das von Cincinnati (Ohio) nach New York an den Schauplatz der anschließenden US Open verlegt wurde, als Nummer zwei gesetzt. Seinen Zweitrunden-Gegner nach einem Freilos wird der dreifache Major-Finalist am Samstag erfahren: Der Serbe Filip Krajinovic trifft auf den italienischen Qualifikanten Salvatore Caruso. Gegen Krajinovic hat er vor sieben Jahren bei einem Challenger in Casablanca einmal glatt gewonnen, ebenfalls 2013 besiegte er Caruso bei einem Future in zwei Sets.

Inwiefern die „Bubble“, in der die Spieler und Betreuer sich nur zwischen Hotel und Tennis-Anlage bewegen dürfen, die Konzentration auf das Turnier störe, wurde Thiem gefragt. „Es ist vielleicht sogar ein bisserl leichter. Man muss alle vier Tage einen Test machen, aber sonst gibt es quasi keine Ablenkungen. Wir sind entweder auf der Anlage oder im Hotel“, erklärte Thiem. Man könne weder in die Stadt, noch irgendwo einkaufen gehen. „Man kann gar nichts machen. Von dem her ist es eigentlich sogar einfacher, sich aufs Wesentliche zu konzentrieren.“

Interessantes Detail: Die Spieler dürfen die Corona-Tests selbst durchführen. „Man steckt sich selbst das Stäbchen in die Nase. Aber es steht jemand daneben, der kontrolliert, ob du es eh weit genug reinschiebst“, erzählte Thiem und fügte hinzu, „aber es ist definitiv angenehmer, wenn du es selbst machst. Es ist annehmbar, wenn man so alle vier Tage testen muss.“

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Die Anspannung, die Thiem nun vor dem heiß ersehnten Comeback der ATP-Tour spürt, ist groß. „Ich fühle mich relativ wohl, ich weiß nur nicht, wo mein Tennis steht im Vergleich zu den anderen. Ich hab zwar sehr viele Exhibitionsmatches gespielt, aber bei keinem einzigen davon habe ich diese Spannung gehabt, diesen Fokus gehabt, den ich bei einem Tour-Match habe. Ich bin neugierig wie es sein wird.“

Körperlich wie spielerisch fühlt er sich gut vorbereitet, Thiem erwartet das aber auch bei der Konkurrenz. „Ich glaube nicht, dass es kräftemäßig einen großen Unterschied geben wird zu dem Zeitpunkt, als die Tour aufgehört hat. Ich glaube, dass alles wieder relativ normal weitergehen wird.“

Erfreut ist Thiem, dass auch Dennis Novak in New York dabei ist. „Das macht das Ganze sehr viel leichter. Es ist sehr wichtig für mich, dass er da ist.“ Novak ist einer der besten Freunde Thiems, beim ersten Turnier in Flushing Meadows ist er im Hauptbewerb allerdings nicht dabei. Der knapp eine Woche ältere Novak hatte in der zweiten Qualifikationsrunde für das Masters-1000-Event verloren. Bei den US Open hat der Weltranglisten-85. seinen Platz im Hauptbewerb sicher.

Thiem fühlt sich in New York übrigens absolut sicher. „Ehrlich, ich war null Prozent nervös oder ängstlich, hierher zu reisen“, sagte der Lichtenwörther. „Ich glaube, dass wir sicherer sind als irgendwo anders auf diesem Planeten. Es ist anders. Derjenige, der hier den Titel gewinnt, verdient das auch definitiv. Die Auslosung ist immer noch super stark.“

Inzwischen gab der ehemalige Weltranglisten-Vierte Kei Nishikori bekannt, dass auch ein zweiter Covid-19-Test positiv ausgegangen ist. Der US-Open-Finalist 2014 hatte für das Masters-1000-Event bereits nach dem ersten positiven Test abgesagt. Er habe minimale Symptome und befinde sicher weiterhin in voller Isolation in Florida. Zu Beginn der kommenden Woche wird es einen weiteren Test geben, wohl eine letzte Chance, dass der Weltranglisten-31. doch noch an den US Open teilnehmen kann.


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