Mindestens 17 Tote bei Gewaltausbrüchen in Kolumbien

In Kolumbien sind bei drei Vorfällen innerhalb der vergangenen 24 Stunden mindestens 17 Menschen getötet worden. Department Nariño wurden nach ersten Informationen sechs Menschen getötet und zudem zwei Menschen verschleppt, wie der Gouverneur Jhon Rojas am Samstag auf Twitter mitteilte. In Nariño waren erst eine Woche zuvor neun Menschen bei einem Angriff bewaffneter Männer ums Leben gekommen.

Am Dienstag mindestens drei Indigene in einem Reservat getötet worden. Die Opfer beim neuen „Massaker“ in der Hafenstadt Tamuco waren Rojas zufolge junge Menschen. Weitere Einzelheiten nannte er zunächst nicht. Im Department Nariño wurde am Sonntag Kolumbiens Präsident Iván Duque zu Sicherheitsberatungen erwartet. Er betonte via Twitter sein Bedauern über die Todesfälle, die auf durch Drogenhandel und Terrorismus verursachte Gewalt zurückzuführen sei.

Im benachbarten Department Cauca bestätigte der Bürgermeister des Ortes El Tambo, Carlos Vela, am Samstag auf Facebook, dass es am Vortag dort ebenfalls zu einem „Massaker“ mit sechs Todesopfern gekommen sei. Am Freitag hatte zudem die staatliche Ombudsstelle für Menschenrechte berichtet, an der Grenze zu Venezuela im Nordosten Kolumbiens in der Arauca Provinz seien die Leichen von fünf Menschen gefunden worden, die möglicherweise getötet worden seien.

Die Angriffe wurden auch von Jose Miguel Vivanco, dem Direktor von Human Rights Watch Amerika, verurteilt. „Die Sicherheitslage verschlechtert sich spürbar“, sagte Vivanco über Twitter.

Kolumbien litt jahrzehntelang unter einem bewaffneten Konflikt zwischen den Streitkräften, linken Guerillagruppen und rechten Paramilitärs. Die größte Rebellen-Organisation FARC, die sich stark über den Kokainhandel und Schutzgelderpressung finanziert hatte, schloss 2016 einen Friedensvertrag mit der Regierung und legte die Waffen nieder.

Die Sicherheitslage in dem südamerikanischen Land hat sich seitdem verbessert. Aber mehr als 2000 FARC-Dissidenten kämpfen immer noch gegen die Regierung und um Anteile am Drogenhandel. Auch die kleinere Guerillagruppe ELN ist weiter aktiv. Zudem stoßen andere Verbrechersyndikate in die früheren Einflussgebiete der FARC vor.


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