Mordverdächtiger hat sich in seiner Zelle in Linz erhängt

Ein 60-jähriger Häftling der Justizanstalt Linz, der am 28. Juli 2020 in Neustift im Mühlkreis (Bezirk Rohrbach) seine um ein Jahr jüngere Ex-Lebensgefährtin erwürgt haben soll, hat sich am Samstagvormittag in seiner Zelle erhängt. Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Linz, Ulrike Breiteneder, bestätigte am Sonntag gegenüber der APA einen dementsprechen Bericht der Kronenzeitung (Sonntag-Ausgabe).

Der Mann habe sich mit einem Verlängerungskabel am Gitter des Zellenfensters stranguliert, während der zweite Zellenbewohner einen Hofspaziergang absolvierte, erklärte die Staatsanwältin. Der Mithäftling habe bei seiner Rückkehr den Erhängten entdeckt. Als Standardprozedere sei eine Obduktion angeordnet worden. Ein Verdacht auf Fremdverschulden bestehe nicht. Die Ermittlungen laufen. Dass es sich um Selbstmord handelt, ist aber unstrittig.

Der 60-Jährige dürfte bereits nach der Tat am 28. Juli versucht haben, sich das Leben zu nehmen. Er machte sich auf den Weg zu einem nahen Kraftwerk, wählte von dort den Notruf und gestand die Tat. Als die Polizei eintraf, hockte er auf der Staumauer des Ranna-Stausees. Polizisten zogen ihn mithilfe von Rettungsleuten und Passanten von der Staumauer und nahmen ihn fest.

Die ehemalige Lebensgefährtin wohnte damals erst seit einigen Tagen getrennt von dem 60-Jährigen. In einer Hütte in einem Waldstück, das beiden gehörte, hatte sich das Paar am 28. Juli in der Früh zu einer Aussprache getroffen. Es dürfte zu einem Streit gekommen sei, der für die 59-Jährige tödlich endete. Laut Polizei hatte der Beschuldigte die Altenpflegerin „durch Gewalt gegen den Hals“ getötet.

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