Weißrussische Oppositionsführerin setzt auf Dialog

Die ins Exil gegangene weißrussische Oppositionspolitikerin Swetlana Tichanowskaja setzt trotz Repressalien gegen Regierungsgegner auf Dialog im Machtkampf in Minsk. Sie hoffe, dass Gespräche mit der Führung bald in Gang kämen, sagte sie der polnischen Zeitung „Gazeta Wyborcza“ in einem am Montag veröffentlichten Interview.

Dazu solle der vorige Woche gegründete Koordinations-Rat der Opposition als Ansprechpartner dienen. Vorbedingung für die Gespräche sei jedoch die Freilassung von politischen Gefangenen. Der Regierungsapparat wirft dem auch von Tichanowskaja mitbegründeten Rat allerdings vor, illegal die Macht ergreifen zu wollen und hat strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet.

Gegen den autoritären Langzeit-Präsidenten Alexander Lukaschenko ist es in dem westlichen Nachbarland von Russland zu Massenprotesten gekommen. Hintergrund sind die Wahlen vom 9. August, bei denen sich Lukaschenko einmal mehr unter unfairen und unfreien Bedingungen zum klaren Sieger erklärt hatte. Die Opposition um Tichanowskaja erkennt den Sieg von Lukaschenko, der seit 1994 autoritär regiert, nicht an und wirft ihm Wahlbetrug vor.

Die frühere Englischlehrerin hatte anstelle ihres Ehemannes kandidiert, nachdem der regierungskritische Blogger im Mai festgenommen worden war. Nach der Wahl war sie von Weißrussland nach Litauen ins Exil gegangen. Tichanowskaja schloss in dem Interview nun erneut aus, dass sie nochmals um die Präsidentschaft kandidieren werde, falls es zu Neuwahlen komme. Ihr Mann würde dann aber wohl antreten, fügte sie hinzu.

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