Brennerbasistunnel: Lob für Italien, Rüge für Deutschland

Landeshauptmann Günther Platter schickt den Verkehrsexperten und Chef des Tirol- Büros, Simon Lochmann, in Basistunnel-Gesellschaft.

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LH Platter (l.) schickt Simon Lochmann „in den Basistunnel“.
© Dolomiten

Von Peter Nindler

Innsbruck –Landesbau­direktor Robert Müller zieht sich im September als Vertreter des Landes aus dem Aufsichtsrat des Brennerbasistunnels (BBT) zurück. In absehbarer Zeit wird Müller in Pension gehen. Die Entscheidung, wer ihm nachfolgen soll, ist ebenfalls bereits gefallen. Der Tunnel rückt künftig wieder näher an Landeshauptmann Günther Platter heran. Die schwarz-grüne Landesregierung wird nämlich seinen Verkehrsexperten im Kabinett und Interims-Leiter des Euregio-Büros in Brüssel, Simon Lochmann, in das Kontrollgremium entsenden. Lochmann wechselte seinerzeit von der Basistunnelgesellschaft in das Büro des Landeshauptmanns.

Zuletzt gab es Irritationen, weil sich Platter vom Informationsfluss in der Tunnelgesellschaft abgeschnitten fühlt. Deshalb wächst die Kritik an den Österreichischen Bundesbahnen als Alleingesellschafterin des österreichischen BBT-Anteils. Sie kündigten im März an, einen überarbeiteten Zeit- und Kostenplan für den Brennerbasistunnel vorzulegen. Mit einer Verzögerung bei der Inbetriebnahme bis Anfang 2030 wird bereits gerechnet.

Strecke im beengten Eisacktal ist eine Schlüsselstelle

Als großen Schritt in Richtung viergleisiger Ausbau der Brennerachse bezeichnet Platter indes die Inangriffnahme der Zulaufstrecke auf Südtiroler Seite von Franzens- feste bis Waidbruck, die von den italienischen Staatsbahnen im Amtsblatt der Europäischen Union publiziert wurde: „Diese Strecke im beengten Eisacktal ist eine Schlüsselstelle für die volle Funktionsfähigkeit des Basistunnels.“ Einmal würde die Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino beweisen, dass man Vorreiter in der Errichtung einer zukunftsweisenden, modernen und hochleistungsfähigen neuen Eisenbahntrasse durch die Alpen sei.

Auch im Unterinntal sieht Platter große Fortschritte. „Die ÖBB intensiv am letzten fehlenden Stück der neuen Zulaufstrecke in Tirol. Läuft alles nach Plan, können die Arbeiten hier bereits im Jahr 2022 beginnen.“ Säumig seien hingegen Deutschland und Bayern.

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"Das ständige Pingpong-Spiel muss ein Ende haben"

„Obwohl bereits 2012 ein Abkommen zur unverzüglichen Planung für den gemeinsamen Planungsraum in Tirol und Bayern inklusive der deutschen Zulaufstrecken unterzeichnet worden ist, gibt es noch immer kein abgeschlossenes Trassenfindungsverfahren“, kritisiert Platter.

Das ständige Pingpong-Spiel zwischen Bund, Freistaat Bayern und den Deutschen Bundesbahnen müsse endlich ein Ende haben. „Wir erwarten uns, dass in Deutschland die Zeichen der Zeit erkannt werden und der Ausbau endlich in Angriff genommen wird.“ Im Unterschied zu Deutschland stehe Italien zu seinem Wort, erklärt Platter.


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