Schaden von 425.000 Euro: Aus Mangel an Beweisen gestanden

Der Prozess um 425.000 für den Rennsport veruntreute Euro endete mit einer Haftstrafe - nach einem überraschenden Geständnis.

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Der Beschuldigte hat die Möglichkeit, eine Fußfessel zu tragen, anstatt acht Monate im Gefängnis abzusitzen. (Symbolbild)
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Innsbruck – Überraschende Wende am Innsbrucker Landesgericht: Mit seinem Schuldeingeständnis beendete der ehemalige Führungsmitarbeiter eines großen Unternehmens am Montagnachmittag den Strafprozess, der sonst noch mehrere Wochen gedauert hätte. Laut Staatsanwalt Andreas Leo soll der 46-Jährige durch Scheinrechnungen und Untreue einen Schaden von 425.000 Euro verursacht haben. Mit dem Geld sponserte der Motorsport-Fan ein Tiroler Renn-Team.

Beim Prozessauftakt in der Vorwoche beteuerte der angeklagte Techniker noch seine Unschuld. Ja, er habe unter den Lieferanten seines Arbeitgebers Sponsoren für das Rennteam rekrutiert, aber nur in Absprache mit dem angeblich ebenfalls motorsportbegeisterten Geschäftsführer. Er räumte auch ein, dass sich die Lieferanten ihre Sponsorbeträge durch höhere Rechnungen refinanziert haben.

Aber auch das sei abgesegnet gewesen. Scheinrechnungen ohne Gegenleistung habe er nie zur Auszahlung freigegeben. Bei der Fortsetzung der Verhandlung am Montag ließen eben jener Geschäftsführer und ein Lieferant das Kartenhaus zusammenbrechen. So bestritt der Chef seine angebliche Liebe zum Motorsport. „Mir war egal, ob der Rennwagen mit dem Firmenlogo bedruckt ist.“ Auch die Sponsorsuche bei den Geschäftspartnern sei nicht abgesprochen gewesen.

100.000 Euro bereits zurückgezahlt

Ein Lieferant gab dann an, seine Sponsorbeiträge mit Scheinrechnungen an den früheren Arbeitgeber des Angeklagten finanziert zu haben. Und zwar auf dessen Wunsch hin. Den Schaden von 100.000 Euro habe er an seinen Geschäftspartner bereits zurückgezahlt, so der zerknirschte Zeuge.

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Nach einer 45-minütigen Beratung mit seinem Verteidiger gestand der 46-Jährige die Schuld ein. Mit Einschränkungen – „mein Mandant ist überzeugt, dass es so nicht war. Wir können das aber nicht beweisen“, so sein Anwalt. Das Urteil: 24 Monate Haft, davon acht unbedingt (nicht rechtskräftig). Eine Fußfessel ist möglich. (tom)


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