Republikaner-Parteitag nominiert Trump als Kandidaten

Zweieinhalb Monate vor der Präsidentschaftswahl in den USA wollen die Republikaner US-Präsident Donald Trump offiziell zu ihrem Kandidaten küren. Zum Auftakt des Parteitags soll Trump (74) am Montag von den Delegierten in Charlotte im US-Staat North Carolina nominiert werden. Der Amtsinhaber erhofft sich von dem Parteitag auch Rückenwind für seinen Wahlkampf. Erneut gab es Proteste gegen Trump.

In landesweiten Umfragen liegt Trump derzeit deutlich hinter seinem demokratischen Herausforderer, Ex-Vizepräsident Joe Biden (77), der in der vergangenen Woche zum Kandidaten für die Wahl am 3. November gekürt worden ist. Zum Abschluss der weitgehend virtuellen Veranstaltung will Trump am Donnerstag auf dem Südrasen des Weißen Hauses seine Rede halten, mit der er die Nominierung annimmt.

Die Webseite FiveThirtyEight, die zahlreiche Umfragen auswertet und gewichtet, sieht Biden bei 51 Prozent der Stimmen, Trump bei 42 Prozent. Landesweite Befragungen haben wegen des Wahlsystems in den USA begrenzte Aussagekraft. Für einen Sieg ist eine Mehrheit von 270 Wahlleuten aus den Bundesstaaten ausschlaggebend. Trump war es 2016 gelungen, die Mehrheit der Wahlleute auf sich zu vereinen, obwohl er keine Mehrheit der Stimmen gewinnen konnte.

Unterdessen ordnete ein US-Bundesrichter des Bundesstaates Pennsylvania das Ruhen des Verfahrens im Streit um ein Verbot von Wahlurnen und Änderungen am Briefwahlverfahren an. Die von Trumps Wahlkampfteam eingereichte Klage werde nicht voranschreiten, bis ähnliche Verfahren abgeschlossen sind, sagte J. Nicholas Ranjan, US-Bezirksrichter für West-Pennsylvania. Das Team um Trump argumentiert, dass die Einwurfboxen für die Wahlunterlagen nicht ausdrücklich in einem parteiübergreifenden Gesetzentwurf genehmigt wurden.

Vor dem Nominierungsparteitag gab es erneut Proteste gegen Trump. Nahe dem Veranstaltungsort kam es auch zu Zusammenstößen. Beamte nahmen vier Menschen fest und setzten Pfefferspray ein, nachdem Demonstranten den Verkehr an einer Kreuzung blockiert hatten. Es sei auch zu Angriffen auf Polizisten gekommen, erklärten die Behörden.


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