Nach Schüssen auf Schwarzen: US-Polizisten beurlaubt

Nach Schüssen auf einen Schwarzen bei einem Polizeieinsatz in Wisconsin sind die daran beteiligten Beamten beurlaubt worden. Das Justizministerium des US-Staats, das in dem Fall ermittelt, nannte am Montag zunächst keine weiteren Einzelheiten. Nach übereinstimmenden Berichten hatten zwei Polizisten am Sonntag ihre Waffen auf den Mann gerichtet und mindestens sieben Schüsse auf ihn abgegeben.

Im Internet gibt es dazu auch Video-Aufnahmen. Nach offiziellen Angaben ist der Mann in ernstem Zustand.

Der Bürgerrechtsanwalt Ben Crump, der die Familie vertritt, gab den Namen des Mannes mit Jacob Blake an. Er berichtete, sein Mandant habe bei einem „häuslichen Zwischenfall“ in der Stadt Kenosha schlichten wollen. Dann hätten die Polizisten ihre Waffen auf ihn gerichtet. Zunächst sei Blake von einer Elektroschockpistole getroffen worden. Als er im Auto nach seinen Kindern habe sehen wollen, hätten die Beamten mehrere Schüsse in seinen Rücken abgegeben. Die drei Söhne hätten dies miterlebt.

Ein Video, das Crump über Twitter verbreitete, zeigt, wie Blake um einen Wagen herumgeht, während ihm zwei Polizisten mit gezogener Waffe folgen. Als er die Wagentür öffnet und einsteigen will, schießt mindestens einer der Polizisten aus unmittelbarer Nähe auf ihn. Auf der Aufnahme sind sieben Schüsse zu hören und verzweifelte Rufe wie: „Lasst ihn gehen!“ Als Reaktion auf die Handyaufnahmen kam es nach Medienberichten vor dem Polizeirevier zu Protesten. Im Anschluss wurde eine Ausgangssperre verhängt.

In den USA war es seit Ende Mai vielerorts zu Massenprotesten gegen Rassismus und Polizeigewalt gekommen. Auslöser war der Tod des unbewaffneten Afroamerikaners George Floyd nach einem brutalen Polizeieinsatz in der Stadt Minneapolis im Bundesstaat Minnesota.


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