Luis Kurz weg: Die Tirol-Flucht im Schwimmen geht weiter

Die Abwanderung im Schwimmen setzt sich fort: Mit Luis Kurz kehrt wieder einer seiner Heimat den Rücken – zum neunten Mal.

Luis Kurz nutzte die Corona-Pause nicht nur, um in der Sonne zu baden: Das Schwimmtalent will nun in der Südstadt durchstarten.
© Kristen

Von Sabine Hochschwarzer

Innsbruck – Luis Kurz ist voller Euphorie. „Nächste Woche geht’s los. Ich freue mich schon sehr.“ Der 18-jährige Schwimmer zieht nach Niederösterreich ins Internat des Bundesleistungszentrums Südstadt. Kurzfristig. Erst bei den Staatsmeisterschaften Anfang August, als er Juniorenmeister wurde und seinen Tiroler Rekord (200 m Kraul) verbesserte, hatte es Kontakt gegeben. „Ich wollte fragen, ob ich bei Trainingslagern der Südstädter mitfahren kann. Dann kam das Angebot zu wechseln“, erzählt Kurz.

Dabei stand der Haller vor der Matura im Innsbrucker Sport-BORG. Die will er nun in der Südstadt machen. „Das kam alles sehr kurzfristig, aber ich freue mich für ihn und hoffe, dass er gut aufgenommen wird“, erzählt seine Trainerin beim SCI IKB, Caroline Reitshammer, selbst einst EM-Teilnehmerin. Den Grund für den Umzug könne sie nachvollziehen, sagt die Absamerin, deren Bruder Bernhard Tirol Richtung Linz verlassen und sich zuletzt für Olympia qualifiziert hatte: „Man will eben das Beste rausholen und ein halbes Jahr nur auf der 25-m-Bahn trainieren zu können, ist einfach ein klarer Trainingsnachteil.“

Kurz reiht sich damit in eine bereits lange Liste an Tiroler Abwanderern aufgrund der fehlenden 50-m-Halle, um die weiter diskutiert wird:

Reitshammer, Alexander Knabl (wieder zurück), Lena Kreundl, Caroline Hechenbichler (alle Linz), Christina Nothdurfter (Graz), Michelle Pawlik (Salzburg) und in der Südstadt Lena Opatril und Xaver Gschwentner – Letztere dürfen im Gegensatz zu den anderen noch für ihren Heimatverein SCI starten.

TT-ePaper gratis testen und eine von fünf Snow Cards Tirol gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt mitmachen
TT ePaper

Auf diese alten und neuen Traininskollegen wie Marlene Kahler, Christopher Rothbauer und andere freut sich Kurz, der mit dem Bundeskanzler übrigens weder verwandt noch verschwägert ist. „Uns fehlt Luis jetzt schon“, bedauert Reitshammer.


Kommentieren


Schlagworte