WSG bereit für Saison: „Wir haben unseren Kader um zehn Jahre verjüngt“

Acht Spieler gingen, neun Spieler kamen: Die WSG Swarovski Tirol leitet im Jahr der zweiten Bundesliga-Chance einen Strategiewechsel ein.

Auch Nikolai Baden Frederiksen (r.), hier für Juventus Turin in der UEFA Youth League gegen Manchester United, soll der WSG Swarovski Tirol als Leihspieler weiterhelfen.
© imago sportfotodienst

Von Florian Madl

Wattens – Lange mussten die Wattener der Dinge harren. Doch seit Mattersburg nach den Finanz-Turbulenzen aus der Bundesliga flog, sind Transfermeldungen der WSG förmlich an der Tagesordnung. Am Montag, 18.16 Uhr, wurde der slowenische Rohdia­mant Zan Rogelj als Neuzugang vermeldet. Und gestern, 11.16 Uhr, folgte mit Nikolai Baden Frederiksen (DEN) der nächste. Die Attribute beider scheinen deckungsgleich: beide 20 Jahre alt, beide im U21-Nationalteam, beide keine Ergänzungsspieler. Der Unterschied zwischen dem rechten Mittelfeldmann (Rogelj) und dem Stürmer (Fredriksen): Der Slowene ist von seinem Heimatverein NK Triglav gekommen, um zumindest zwei Jahre zu bleiben. „Mit ihm planen wir längerfristig“, meinte Sportmanager Stefan Köck gestern, um vielsagend von einer „Aktie am Transfermarkt“ zu sprechen. Die WSG Swarovski Tirol als Sprungbrett sozusagen, im Fall Christian Gebaue­r (über Altach zu Bielefeld) war das bereits der Fall. Und im Fall Michael Svoboda (Venezia), Sebastian Santin (FC Vaduz), Lukas Grgic (LASK) oder Heimkehrer David Schnegg (aus der Tiroler Liga und Liefering zum LASK) auch.

Bei Nikolai Baden Fredriksen, der den Abgang von Team-Senior Stefan Maierhofer (38) kompensiert, spielte der Draht von Diana Langes zu Juventus Turin ein­e große Rolle. Bereits vier Spieler wurden so nach Tirol gelotst, der Leihvertrag wurde auf ein Jahr angesetzt. Ein Gütesiegel: Der ehemalige Tiroler Meister-Spieler und spätere Wacker-Trainer Ove Flindt gab seine Empfehlung für den Spieler (zuletzt an Fortuna Sittard verliehen) ab. „Eine Win-win-Situation für alle Beteiligten“, spielt Köck darauf an, dass dem Dänen in österreichischen Gefilden der Durchbruch zugetraut wird.

Ein WSG-Strategiewechsel zeichnet sich ab: Die Neue­n sind bislang zwischen 17 und 23 Jahre alt, unter den Abgängen befanden sich vier Akteure über 30 Jahre. „Wir haben unsere Mannschaft mit diesen Transfers um zehn Jahre verjüngt“, stellt Köck nüchtern fest. Dass nicht jeder Junge von Beginn an zu den Stützen zählt, weiß der Milser. „Allerdings können sie von uns profitieren. Dass sie im Nachwuchs eine gute Schule erfahren haben, wissen wir.“

Noch läuft die Transferzeit Corona-bedingt bis zum 5. Oktober, deshalb wird die Frequenz der WSG-Transfers demnächst zurückgehen. Ein Tormann steht noch auf der Agenda, weitere Zugänge will man nicht ausschließen.

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In einer Wertung der heimischen Fußballer-Gewerkschaft befinden sich die Wattener im hinteren Mittelfeld: Eine Umfrage zu den Themen Pünktlichkeit der Auszahlung von Gehältern, Klarheit der Verträge, Lohnfortzahlung bei Verletzungen, Informationsaustausch zwischen Management und Mannschaft, Image des Clubs, medizinische Betreuung im Verein und angemessene Ausrüstung weist die WSG punktegleich mit Admira und dem WAC aus. Vorne galoppiert RB Salzburg weg, am hinteren Ende der Tabelle rangiert wenig überraschend Mattersburg. „Tabellenführer“ der zweiten Liga: RB-Ableger Liefering.


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