Tiroler Grüne schließen Rückkehr von Kuhn nach Erl aus

Für die Tiroler Grünen kommt eine Rückkehr des ehemaligen musikalischen Direktors der Festspiele Erl, Gustav Kuhn, nicht infrage. Kuhn hatte in einem APA-Interview eine Rückkehr nach Erl als Dirigent nicht ausgeschlossen. Kuhn, der von fünf Künstlerinnen der sexuellen Belästigung bezichtigt worden war, habe mit seinem Verhalten für „viel Leid gesorgt“, hieß es seitens der Grünen am Dienstag.

„Und sein aktuelles Interview bestätigt einmal mehr, warum so jemand keinem mit öffentlichen Geldern geförderten Kulturbetrieb vorstehen und auch keine Bühne für Gastauftritte bekommen sollte. Eine Rückkehr ist für mich nicht einmal einen Gedanken wert. Mit dieser Meinung bin ich im Landhaus nicht alleine“, meinte der Grüne Kultursprecher Georg Kaltschmid. Gerade die derzeitigen Proteste gegen einen Auftritt Kuhns in Verona würden zeigen, dass Kuhn als Dirigent unerwünscht sei.

Die Grüne Gleichstellungssprecherin und Landtagsvizepräsidentin Stephanie Jicha bezeichnete die Aussagen Kuhns als „erschreckend uneinsichtig“ und „durchzogen von strukturellem Sexismus“. Die von der Gleichbehandlungskommission im Bundeskanzleramt festgestellte über Jahre erfolgte sexuelle Belästigung, die Uneinsichtigkeit, die sich in der nach wie vor durchklingenden Opfer-Täter-Umkehr zeige und die ausbleibende Wiedergutmachung seien Belege für eine tief verwurzelte Neigung zur Abwertung von Frauen, so Jicha. Die Causa Kuhn erinnere daran, dass Frauen auch im Jahr 2020 all zu oft mit Belästigungen und struktureller Gewalt konfrontiert sind.


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