Israel greift Hisbollah-Stellungen im Libanon an

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Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben Stellungen der schiitischen Hisbollah-Miliz im Libanon angegriffen. Beobachtungsposten der Hisbollah nahe der israelischen Grenze seien Mittwochfrüh aus der Luft attackiert worden, teilten die israelischen Streitkräfte mit. Es habe sich um eine Antwort darauf gehandelt, dass in der Nacht israelische Soldaten vom Libanon aus beschossen worden seien.

Zuvor hatte die israelische Armee Einwohner im Grenzgebiet zum Libanon aufgerufen, in ihren Häusern zu bleiben und sich auf die möglicherweise notwendige Flucht in Schutzräume für die Zivilbevölkerung vorzubereiten. Die Maßnahmen wurden mit einem nicht näher beschriebenen „Sicherheitsvorfall“ nahe der Blauen Linie, der De-facto-Grenze zwischen Israel und dem Libanon, begründet.

Nach Angaben der israelischen Armee ereignete sich der „Sicherheitsvorfall“ in der Gegend des Kibbuz Manara. Mehrere Straßen in dem Gebiet wurden gesperrt. Alle Aktivitäten in „offenen Räumen“ seien bis auf Weiteres untersagt, darunter Arbeiten in der Landwirtschaft, teilten die israelischen Streitkräfte mit.

Die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz hatte am Wochenende mitgeteilt, eine israelische Drohne über dem Grenzgebiet abgeschossen zu haben. In dem Gebiet patrouillieren rund 10.500 Blauhelme der UN-Mission UNIFIL - darunter rund 230 Bundesheer-Soldaten. Die Mission war nach einem einmonatigen Krieg zwischen Israel und der Hisbollah im Jahr 2006 aufgestockt worden. Österreich beteiligt sich seit 2011 an der UNO-Mission.

Im vergangenen Monat war es im israelisch-libanesischen Grenzgebiet zu heftigen Gefechten gekommen. Diese waren nach Angaben der israelischen Armee ausgebrochen, nachdem mehrere mit Gewehren bewaffnete Männer aus dem Libanon die Blaue Linie überquert hatten. Nach israelischen Angaben soll es sich bei den damals über die Grenze infiltrierten Männern um Hisbollah-Kämpfer gehandelt haben. Dies wurde von der Miliz jedoch bestritten.

Auch im Süden des Landes beschoss Israel als Reaktion auf erneute Brand-Ballon-Angriffe aus dem Gazastreifen unterirdische Ziele der islamistischen Hamas. In den vergangenen Wochen seien „Hunderte Ballons“ aus dem Gazastreifen aufgestiegen, twitterte das Militär am Mittwoch. Man werde gegen „jegliche Terroraktivitäten“ vorgehen, die auf israelische Zivilisten abzielen.

Seit Wochen lassen militante Palästinenser täglich Brand-Ballons aus dem Gazastreifen nach Israel aufsteigen. Beobachter gehen davon aus, dass so Druck auf Israel ausgeübt werden soll, Geldzahlungen aus Katar für das Küstengebiet wieder zu ermöglichen. Mit den Angriffen soll demnach aber auch Druck auf Katar ausgeübt werden, damit der Golfstaat seine finanzielle Unterstützung für den Gazastreifen fortsetzt. Die israelische Armee beschoss nach diesen Angriffen jeweils Ziele in dem Gebiet.

Israel hatte 2007 eine Blockade des Gazastreifens verschärft, die inzwischen von Ägypten mitgetragen wird. Beide Länder begründen dies mit Sicherheitserwägungen. In dem Küstenstreifen am Mittelmeer leben zwei Millionen Einwohner unter sehr schlechten Bedingungen. Die Hamas wird von Israel, den USA und der EU als Terrororganisation eingestuft.


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