Schutzstatus des Wolfs: Nächster Dämpfer von EU

Kommission verweist auf strengen Schutzstatus für den Wolf.
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Innsbruck – Nach den deutlichen Worten von EU-Umweltkommissar Virginijus Sinkevicius kommt jetzt auch eine Absage der EU-Kommission an eine von Tirol geforderte Senkung des Schutzstatus des Wolfs. In einer Stellungnahme an die beiden Tiroler ÖVP-Nationalratsabgeordneten Hermann Gahr und Josef Hechenberger stellt der Leiter der Vertretung der EU-Kommission in Wien, Martin Selmayr, fest: „Die Europäische Kommission ist daher der Ansicht, dass der derzeit geltende Rechtsrahmen der EU-Habitat-Richtlinie, die den Wolf unter den Schutz gefährdeter Arten stellt, den nationalen Stellen ausreichend Handlungsspielraum einräumt und unter bestimmten Umständen Ausnahmen von den strengen Vorschriften ermöglicht.“

Laut Selmayr liegt es laut Kommission im Ermessen der Mitglieder zu entscheiden, ob und wie die Wolfstrategie im Falle eines Zuwachses der Wolfspopulation angepasst werden soll, solange dieses Vorgehen mit EU-Recht vereinbar ist und die ökologischen, kulturellen und sozioökonomischen Rahmenbedingungen berücksichtigt. „Die Mitgliedstaaten sind aufgefordert, den Handlungsspielraum, den die EU-Habitat-Richtlinie gewährt, zu nutzen.“

Schlussendlich verweist die Kommission darauf, dass die Mehrheit der europäischen Bevölkerung die Rückkehr des Wolfes begrüße. „Eine Vielzahl von positiven Beispielen aus anderen Mitgliedsstaaten, die ähnliche landwirtschaftliche Rahmenbedingungen wie Österreich aufweisen, verdeutlicht wie eingangs erwähnt, dass der Erhalt der Wolfpopulation auch in den Bergregionen Österreichs möglich ist.“ Ohne dabei die Bedürfnisse und den Handlungsspielraum der Bevölkerung zu beschneiden, wie es abschließend heißt. (pn)

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