Delegierte berichtet aus Beirut: Zwischen Hoffnung und Elend in den Ruinen

Die TT sprach mit Lisa Taschler, die als Delegierte des Österreichischen Roten Kreuzes in Beirut stationiert ist. Und mitten aus der Katastrophe berichtet.

Hunderttausende mussten ihre zerstörten Wohnungen verlassen.
© imago

Von Christian Jentsch

Beirut – Am 4. August verwüstete eine gewaltige Explosion nicht nur große Teile der libanesischen Hauptstadt Beirut. Die Explosion erschütterte auch die Grundfesten eines ohnehin schon am Abgrund stehenden kleinen Landes, in dem verschiedenste Religionsgemeinschaften und Ethnien auf engstem Raum zusammenleben. Im Zentrum Beiruts, wo trotz Wirtschafts- und Corona-Krise, trotz stundenlangen Stromausfällen und düsteren Zukunftsaussichten das Leben pulsierte und das Herz der Metropole pochte, legte die Explosion von rund 3000 Tonnen Ammoniumnitrat in einer Lagerhalle im Hafen ganze Stadtviertel in Schutt und Asche.

Mindestens 180 Menschen starben, Tausende wurden verletzt. Die großflächige Zerstörung erinnert an die dunkle Zeit des Bürgerkriegs von 1975 bis 1990, der die einstige Schweiz des Nahen Ostens in ein Trümmerfeld verwandelte und bei den Menschen tiefe Spuren hinterließ. Es dauerte lange, bis der Libanon wieder zum Leben erwachte. Und nun stehen die Menschen wieder am Abgrund. „Auch Wochen nach der verheerenden Explosion ist die Zerstörung in Beirut allgegenwärtig. Rund 70.000 Wohnungen wurden zerstört, 300.000 Menschen wurden obdachlos“, weiß die in Beirut lebende Österreicherin Lisa Taschler, Rotkreuz-Delegierte im Libanon.

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