Causa Mattersburg: Auch Tiroler Lercher fiel aus allen Wolken

Der Tiroler Bundesliga-Profi Michi Lercher blickt in die Rieder Zukunft und in die Mattersburger Vergangenheit.

Howdy, Cowboy – die Familie Lercher mit Ried-Profi Michi (2. v. r.) hat auch ohne Fußball ihren Spaß.
© Lercher

Von Tobias Waidhofer

Ried – Michi Lercher spürt das Vertrauen. Und das ist das Wichtigste für den Innsbrucker Linksverteidiger, der kürzlich einen Vertrag bei Bundesligist SV Ried unterschrieb, denn im Innviertel trifft der 24-Jährige auf einen alten Bekannten: Trainer Gerald Baumgartner hatte den ehemaligen Bremen-Legionär schon 2017 vom FC Wacker nach Mattersburg gelotst – nun kam es im Innviertel zu einem Wiedersehen. „Das ist natürlich ein Vorteil“, erklärt Lercher. „Michael Lercher ist ein talentierter und junger österreichischer Linksverteidiger, der schon Bundesliga-Erfahrung hat“, strich ihm auch sein neuer, alter Coach lobend übers Haupt.

Die Wohnung direkt in Ried ist längst bezogen – und am vergangenen Wochen­ende reiste auch Labrador Mila nach Oberösterreich nach. „Endlich“, wie Lercher mit einem Augenzwinkern betont. Beim Bundesliga-Aufsteiger trifft der Tiroler übrigens auf einen alten Bekannten – denn mit Murat Satin hat er zwar nicht beim FC Wacker, aber in der Akademie Tirol zusammengespielt. Nicht mehr treffen wird er den Tiroler Keeper Johannes Kreidl, der seinen Kontakt im Innviertel aufgelöst hat.

Doch im Gespräch mit Lercher kommt man nicht umhin, auch über die Vergangenheit zu sprechen, schließlich spielte er drei Jahre beim nunmehrigen Pleite-Verein SV Mattersburg:

Hatte man die Situation irgendwie erahnen können? „Nein, wir haben das alles selbst nur aus den Medien erfahren“, erzählt Lercher, der wie viele ehemalige Teamkollegen mit der Spielergewerkschaft in Kontakt steht, denn auch dem Tiroler schuldet der Verein theoretisch noch einen hohen fünfstelligen Betrag. Noch schlimmer erwischte es aber vereinzelte einheimische Spieler, denen zusätzlich zu nicht ausbezahlten Gehältern auch noch ihr Konto bei der Commerzialbank gesperrt wurde. „Unter Fußball-Profis wurde schon lange diskutiert, wie Mattersburg so hohe Gehälter zahlen kann“, erzählt Lercher. Nachsatz: „Jetzt wissen wir es.“

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