Neue Corona-Kommissionen, Wirbel um Zettel-Listen

Das Innsbrucker Brand Logic Institut nennt Bedingungen für eine Wintersaison ohne Corona-Schock. Unterdessen rumort es bei den Wirten.

Wintertourismus in Corona-Zeiten: Tiroler Experten haben dazu jetzt eine Roadmap mit verschiedenen Anforderungen vorgelegt.
© APA/BARBARA GINDL

Innsbruck, Wien – „Ein gemeinsames und klar verständliches Gesundheitsschutz- und Hygiene-Konzept für Gäste – das wird für die kommende Wintersaison buchungsentscheidend“, sagt Brand-Logic-Gründer Markus Webhofer. Sowohl Gäste wie auch Mitarbeiter und Einheimische forderten dazu überzeugende Konzepte. Die Experten haben dazu eine Covid-19-Roadmap vorgestellt.

Laut Webhofer beginnt Prävention lange vor der Anreise des Gastes. Dazu gehört etwa eine einheitliche Regelung der Testungen, aber auch die kompakte Bereitstellung der Informationen zu den Maßnahmen. Eine einheitliche Anstell-Etikette an Kassen und Liften, etwaige Time-Slots für Eintritte und Bergfahrten sowie die Möglichkeit, online Tickets zu kaufen, brauche es ebenso wie ein Konzept für die Berggastronomie.

Beim Auftreten von Infektionen („Und die wird es mit Sicherheit auch geben“) benötigt es laut Webhofer ein einheitliches Vorgehen. Testungen, Isolationszentren und Contact Tracing – die Vorgehensweise müsse vor dem Ernstfall klar definiert sein. „Idealerweise verfügt die Destination dann über ein­e digitale Plattform, um Bewegungsprofile auszuwerten und im Bedarfsfall den Gesundheitsbehörden zur Verfügung stellen zu können.“

„Ohne schlagkräftige Organisationsstruktur wird eine erfolgreiche Umsetzung eines Covid-19-Konzepts nicht gelingen“, so Webhofer. In Anlehnung an Lawinenkommissionen brauche es in der Destination eine Art „Corona-Kommission mit Vertretern von Gemeinde, Destination und Leitbetrieben“. Dazu müsse in jedem Fall umfassend nach innen und außen kommuniziert werden.

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Unterdessen gibt es Kritik am Vorhaben, dass bald Listen von Personen erstellt werden sollen, die sich in gewissen Einrichtungen (wie Krankenhäusern, Gasthäusern und bei Veranstaltungen) aufgehalten haben. Diese sollen die Listen nämlich führen, die Gäste sollen aber nicht verpflichtet sein, sich einzutragen. Für Gastronomie-Spartenobmann Mario Pulker ist unklar, welche Betriebsformen, wie etwa Würstelbuden im Freien, überhaupt betroffen seien. Und kein Wirt könn­e sich es leisten, einen Gast wegzuschicken, weil dieser sich nicht eintragen wolle. Die Wirte seien keine Exekutiv­organe und wollten keine sensiblen Daten haben. In Nachbarländern habe sich auch gezeigt, dass Scherznamen eingetragen würden. Besser als ein geschlossener Betrieb wäre eine Gästeliste. Man sei etwa für die Corona-App, so der Gastro-Vertreter. Wer diese App nicht am Handy habe, könne gewisse Bereiche nicht mehr besuchen. (va, APA)


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