Barcelona will um Messi kämpfen

Der FC Barcelona möchte Lionel Messi unbedingt halten. Der Club wolle den Neuaufbau mit dem argentinischen Superstar gestalten. „Wir wollen gemeinsam mit dem besten Spieler der Geschichte das Team für die Zukunft umbauen“, sagte Sportdirektor Ramon Planes am Mittwoch. Ein Abschied Messis auf vertraglicher Ebene komme nicht infrage, „weil wir wollen, dass er bleibt“.

Der Club müsse „Messi großen Respekt entgegenbringen, weil er der beste Fußballer der Welt ist“, sagte Planes einen Tag, nachdem Messi (33) seinen Wechselwunsch mitgeteilt hatte. „Wir können dies nicht zu einem Streit zwischen Leo Messi und Barcelona machen, denn keiner von beiden hat es verdient“, sagte Planes.

Messi hatte die Clubführung am Dienstag per Burofax-Einschreiben über seinen Wechselwunsch informiert. Laut Barca habe man auf das Schreiben geantwortet und wolle, dass Messi bleibt und seine Karriere bei Barcelona beendet. Messi selbst hat sich noch nicht öffentlich geäußert.

Der sechsmalige Weltfußballer will laut Medienberichten eine Klausel in seinem Vertrag ziehen, durch die er am Ende jeder Saison einseitig kündigen und ablösefrei wechseln kann. Nach Ansicht des Vereins sei besagte Klausel aber bereits am 10. Juni ausgelaufen. Demnach habe Messi die Frist versäumt und die Ausstiegsklausel von 700 Millionen Euro müsse greifen, wenn der Spieler den Club vor Ablauf seines Vertrags im Juni 2021 verlassen wolle. Messi geht aber davon aus, dass die Klausel wegen der durch die Corona-Pandemie verlängerte Saison eine längere Laufzeit haben müsse.

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Falls der Club auf seinem Standpunkt beharrt, müssten Interessenten tief in die Tasche greifen: die Ablösesumme beträgt laut Medien 700 Millionen Euro Ablöse. Ob diese von den angeblich interessierten europäischen Top-Clubs wie Manchester City, Juventus Turin, Paris Saint-Germain, Manchester United oder Inter Mailand bezahlt werden kann, ist fragwürdig.

Der Mann aus Rosario ist seit zwei Jahrzehnten bei den „Blaugrana“. Dem Profiteam des FC Barcelona gehört er bereits seit 2004 an. Er ist somit der dienstälteste Spieler des Clubs. Sein Vertrag läuft bis zum 30. Juni nächsten Jahres. Die im Vertrag festgeschriebene Ablöseklausel beträgt laut Medien 700 Millionen Euro. Ob diese von den angeblich interessierten europäischen Top-Clubs wie Manchester City, Juventus Turin, Paris SG oder Inter Mailand bezahlt werden kann, ist nicht zuletzt angesichts der Corona-Pandemie zweifelhaft.

Der Sender TyC Sports berichtete, der sechsmalige Weltfußballer habe sich nach einem Gespräch mit dem neuen Barca-Coach Ronald Koeman zum Abschied entschieden. Der Verein habe dem Spieler bereits mitgeteilt, dass er diese Entscheidung nicht allein treffen könne. Am vergangenen Donnerstag hatte bereits der katalanische Privatsender RAC1 versichert, dass sich Messi mit Abwanderungsgedanken trage. Eine öffentliche Stellungnahme des Profis gab es zu diesem Thema bisher nicht.

Die Nachricht sorgte in Spanien nur elf Tage nach der sensationellen 2:8-Pleite der Katalanen um Messi gegen den FC Bayern im Viertelfinale der Champions League für heftige Reaktionen. Barcelona erlebte die erste Saison ohne jeden Titelgewinn seit der Spielzeit 2007/08. In Katalonien spricht man von einer der schlimmsten Krisen der Clubgeschichte - die sich jetzt noch weiter zuspitzen könnte.

Koeman hatte bei seiner Präsentation in Barcelona in der vergangenen Woche noch erklärt, er wolle um Messi ein neues Team aufbauen. Der Argentinier sei immer noch der beste Spieler der Welt, sagte der 57-jährige Niederländer. Das argentinische Online-Portal „Diario Ole“ berichtete jedoch, dass Koeman na seinem Amtsantritt im Gespräch mit Messi dessen Sonderstellung infrage gestellt haben, berichtete etwa das argentinische . Die aktuelle Mannschaft gilt als satt und teils überaltert, als nicht mehr schnell und bissig genug für die Anforderungen des modernen Pressing.

Auch in die Bevölkerung der Stadt reagierte durchaus emotional. Etliche Fans des FC Barcelona sind am späten Dienstagabend vor das Stadion Camp Nou gezogen und haben lautstark den Rücktritt von Club-Präsident Josep Bartomeu gefordert. Messis Verhältnis zu Bartomeu gilt seit Monaten als gestört. In der Corona-Krise hatte es wegen Gehaltskürzungen Zoff zwischen den Stars und dem Clubchef gegeben. Messi hatte das Vorgehen des Vereins öffentlich kritisiert, fühlte sich und seine Mitspieler als Sündenböcke.

Der katalanische Regionalpräsident Quim Torra nahm auf Twitter bereits Abschied und deutete damit an, dass Barca den Superstar gegen dessen Willen nicht halten werde können. „Katalonien wird immer dein Haus bleiben. Vielen Dank für die Zeit voller Freude und mit einem hervorragenden Fußball. Wir hatten das Glück, einige Jahre unseres Lebens mit dem besten Spieler der Welt zu teilen“, schrieb er.


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