Kurz erwartet Rückkehr zur Normalität bis Sommer 2021

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) rechnet in Sachen Corona-Pandemie in Österreich mit einer Rückkehr zur Normalität bis zum Sommer 2021. Zuvor aber erwartet der Regierungschef schwierige Monate im bevorstehenden Herbst und Winter. Diese Einschätzung wird er am Freitag bei seiner Erklärung im Kanzleramt darlegen, hieß es vorab aus dem Kanzleramt.

Der ÖVP-Obmann wird darauf hinweisen, dass die Pandemie voraussichtlich kürzer dauern werde, als viele Experten ursprünglich angenommen haben, hieß es aus dem Kanzleramt in einem Statement gegenüber der APA. Der Herbst und der Winter 2020 werden aber „herausfordernd“ werden, so die Botschaft - besonders in den Ländern der nördlichen Hemisphäre, für die ab September 2020 die Herbst- und Wintermonate beginnen. Denn die bestehende Gefahr von COVID-19-Infektionen werde durch die „Koinzidenz mit der alljährlichen Grippewelle und die temperaturbedingte Verlagerung sozialer Aktivitäten in Innenräume zumindest vorübergehend wieder verschärft werden“.

Für Österreich bedeute dies, dass sich das Land im Winter und Herbst 2020 „auf ein weiteres Aufflammen der COVID-19-Infektionen vorbereiten“ muss, hieß es aus dem Kanzleramt. Auch werde mit einer „notwendigen temporären Verschärfung der Vorsichtsmaßnahmen“ zu rechnen sein.

Im Laufe des Jahres 2021 sei dann aber zu erwarten, dass die Verbreitung des Virus „nachhaltig“ eingedämmt werden kann, so die Einschätzung des Bundeskanzleramts. Nach dem derzeitigen Wissensstand werde Österreich bis zum Sommer 2021 „zur Normalität zurückkehren“ können. „Wir stehen vor einem schwierigen Herbst und Winter. Allerdings ist damit zu rechnen, dass es nächstes Jahr eine starke Entlastung durch mögliche Impfstoffe und Medikamente geben wird, sodass wir im Laufe des Jahres voraussichtlich wieder unser normales Leben führen werden können“, sagte Kurz in einem der APA übermittelten Statement.

Grund für diese Annahme seien vielversprechende Entwicklungen im Bereich der Schutzimpfung, der Behandlung und der verlässlichen Schnelltestung von COVID-19. Diese Prognose baue auf laufende Gespräche mit österreichischen und internationalen Gesundheitsexperten, Forschern, Pharmaunternehmen und politischen Entscheidungsträgern auf.

Auch weist das Kanzleramt darauf hin, dass das Virus weiterhin ansteckend - und insbesondere für Risikogruppen - gefährlich ist. Mittlerweile sei auch wissenschaftlich belegt, dass das Virus vielfach mutiert ist und es somit auch zu Neuansteckungen von zuvor erfolgreich geheilten Patienten kommen kann. Epidemiologisch könnten diese Mutationen mittelfristig dazu führen, dass das Virus zwar immer ansteckender, aber gleichzeitig auch milder im Verlauf wird, hieß es aus dem Bundeskanzleramt, das auf die laufende Forschung zu diesem Thema verwies.

Die Hoffnung auf einen bald verfügbaren Impfstoff begründet man im Kanzleramt mit den zahlreichen laufenden Projekten: Derzeit werde weltweit an knapp 165 COVID-19-Impfstoffen geforscht. Aufbauend auf den aktuellen Wissenstand geht man im Kanzleramt davon aus, dass eine Anwendung von Impfstoffen noch in der ersten Jahreshälfte 2021 möglich sein sollte. Aufgrund der belegten Mutationen des Virus sei auch davon auszugehen, dass die Impfstoffe wiederkehrend und zwar in jeweils abgewandelter Form zum Einsatz kommen müssen - ähnlich wie bei der bereits bekannten Influenza-Impfung.

Auch im Bereich der Behandlung sei davon auszugehen, dass es im Jahr 2021 zu „signifikanten Durchbrüchen“ kommen könnte, „die die Sterblichkeitsrate von COVID-19-Patienten weiter senken werden“, so das Kanzleramt. Dazu gebe es derzeit mehrere wissenschaftliche Ansätze, von der Nutzung bestehender antiviraler Mittel (z.B. Remdesivir) bis hin zur Blutplasmatherapie. Das Kanzleramt wies hier insbesondere auf die Forschungsarbeit von APEIRON Biologics (von Josef Penninger) im Bereich der Immunotherapie hin.


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