Supermarkt-Obst und -Gemüse noch immer meist plastikverpackt

Um Müll zu vermeiden sollte man Lebensmittel unverpackt einkaufen. In den Supermärkten liegt aber nur rund ein Drittel der Gurken, Paprika, Paradeiser, Karotten und Äpfel lose im Regal, berichtet der Verein für Konsumenteninformation (VKI) - 67 Prozent sind hingegen verpackt. Neben Packungen mit Kunststoffanteil finde sich mittlerweile auch reiner Karton, aber noch eher selten.

Im Vergleich zu einer Bestandsaufnahme vor einem Jahr habe sich in Sachen Plastikverpackungen also nicht allzu Großes getan, kritisieren die Tester im Magazin „Konsument“. Damals hätten die Anbieter Besserung gelobt, „passiert ist jedoch nicht sehr viel“.

2019 betrug die vom VKI erhobene „Plastikquote“ bei Karotten, Gurken, Paprika, Paradeisern und Äpfeln über 60 Prozent. „Die großen Diskonter und Supermarktbetreiber fielen dabei besonders negativ auf. Karotten waren bei einigen Anbietern ausschließlich in Plastikverpackungen erhältlich, bei Tomaten lag die Quote großteils bei über 80 Prozent.“

Nun wurde in 59 Geschäften von 13 Betreibern erneut Nachschau gehalten. 1.498 Einzelartikel wurden erfasst, 1.001 davon waren verpackt, 497 lose. Etwa 15 Prozent der Kunststoffumhüllungen seien als kompostierbares Plastik ausgelobt gewesen. „Das bringt jedoch wenig, denn die Sackerln landen in der Regel nicht im eigenen Kompost, und auch die kommunale Müllentsorgung macht - zumindest, was Wien angeht - keinen Unterschied zwischen Bio-Plastik und Plastik. Beides landet in der Müllverbrennung“, so die Tester.

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Nach einzelnen Anbietern sieht das Fazit der Konsumentenschützer so aus: Positiv hervorgetan habe sich der Bio-Anbieter denn‘s, der seine schon relativ niedrige Plastikquote für das erfasste Obst und Gemüse noch einmal deutlich gesenkt habe - von 16 auf elf Prozent. An zweiter Stelle folgte Spar Gourmet. Für die Diskonter Lidl, Penny und Hofer stellte der VKI hingegen „Plastikquoten von über 70 Prozent“ fest. Hofer habe seine Quote zumindest von 79 auf 72 Prozent reduziert, bei Lidl und Penny sei sie noch etwas gestiegen.

Nach wie vor „trostlos“ sei die Situation bei Karotten. „Bei Penny, Nah&Frisch, Lidl, Etsan, Billa und Adeg fanden wir zum Erhebungszeitpunkt ausschließlich verpackte Ware vor. Bei MPreis und Hofer lag der verpackte Anteil bei über 90 Prozent.“ Auch Paradeiser würden bei vielen Anbietern großteils in Plastik gehüllt.


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