Unzählige Volkshochschüler stehen in Tirol in den Startlöchern

Der Andrang in Tiroler Volkshochschulen dürfte enorm werden. Nach der Corona-Pause vermelden die Zweigstellen großes Interesse für den Herbst.

Die Programmvielfalt der Tiroler Volkshochschulen ist bekannt groß – vom Mal- bis Yogakurs wird Nützliches vermittelt.
© VHS Tirol/Schischkoff

Von Helmut Mittermayr

Reutte, Füssen, Innsbruck – Egal, ob die A-Konjugationen in Italienisch für Anfänger, die spezielle Rückenschule bei Pilates oder ein Grundlagenkurs für Zeichnen und Acrylmalerei – Mitte März endeten alle Kurse der Tiroler Volkshochschulen abrupt. Tausende Teilnehmer mussten sich ins Privatissimum zurückziehen, gegen die Wiederaufnahme im Frühjahr hatte in den meisten Fällen ein Virus etwas einzuwenden. Nur manche wenige halfen sich mit Online-Unterricht weiter.

Nun ist alles anders. Das Virus ist zwar weiter da, aber die Voraussetzungen für den Erwachsenenunterricht scheinen doch gegeben. Die Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen sind in den 25 Zweigstellen der VHS Tirol dieselben, aber auch Tiroler, die im benachbarten Bayern VHS-Kurse besuchen, treffen auf Maßnahmenpakete. Praktisch überall wird mit den Schülerzahlen heruntergefahren, die Anzahl in den meisten Fällen halbiert. Dies wird die Kursbesucher zwar mehr kosten, aber wegen der ohnehin niedrigen Beiträge nicht überfordern. Bei der VHS Füssen ist man der Meinung, dass die höheren Kurskosten von den Besuchern gerne mitgetragen werden. Dies sei ja auch bisher schon praktiziert worden, wenn Mindestteilnehmerzahlen nicht erreicht wurden, aber die bereits Eingetragenen unbedingt den Kurs retten wollten.

© VHS Reutte

Für Bernhard Egger, Leiter der Volkshochschule Reutte, lautet das Zauberwort Abstand. „Man wird einzeln an den Tischen sitzen und viel Platz dazwischen lassen. Natürlich wird man Maske tragen müssen, bis man Platz genommen hat.“ Aber das sei eh nichts Ungewöhnliches inzwischen. Seine Vorfreude auf den Herbst ist spürbar. Aus heutiger Sicht stehe einem Start nichts mehr im Wege. „Das Interesse der Leute ist ungebrochen. Ganz im Gegenteil scheint mir die Lust vieler auf gemeinsamen Unterricht nach dem Shutdown umso größer zu sein“, erklärt der Pädagoge, der im Brotberuf Direktor der Volksschule Weißenbach ist. Die Rückmeldungen für die Kurse, die im Oktober starten, würden ein klare Sprache sprechen, auch wenn das Reuttener Programmheft erst zu Schulbeginn „hinausgehen“ wird. Und dann auch erst Online-Anmeldungen möglich sind.

Den großen Zuspruch kann Julia Purgstaller, für Öffentlichkeitsarbeit bei den Tiroler Volkshochschulen zuständig, nur bestätigen. „Wir merken ganz stark, dass das Interesse in der Tiroler Bevölkerung, nach den letzten schwierigen Monaten wieder Kurse und Veranstaltungen zu besuchen, sehr groß ist, und freuen uns schon auf den Start im Herbst. Unsere Sommerkurse waren sehr gut gebucht, was uns noch einmal verdeutlicht, dass Kultur und Bildung gerade in schwierigen Zeiten einen hohen Stellenwert haben.“ Im Schuljahr 2018/19 hatten insgesamt 29.000 Personen einen VHS-Kurs an einem der 25 Standorte in Tirol belegt.

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Diese Woche seien die Kurshefte für die VHS Innsbruck in physischer Form an die Teilnehmer verschickt worden. Die Hefte würden nun auch an mehreren Standorten in der Stadt aufliegen. Man könne sie aber auch in der VHS-Zentrale am Marktgraben 10 abholen oder per E-Mail über innsbruck@vhs-tirol.at oder telefonisch unter 0512/588882-0 anfordern.

Purgstaller: „Selbstverständlich legen wir größten Wert darauf, alle Hygienemaßnahmen einzuhalten: Maskenpflicht im Gebäude, bis die Person am Platz angekommen ist, ein Meter Abstand im Kurs bzw. in den Bewegungskursen sogar zwei Meter. Wir lüften und desinfizieren das komplette Gebäude regelmäßig.“ Zudem bietet die VHS Innsbruck wegen Corona ab sofort auch Online-Kurse zusätzlich zum Präsenzprogramm an. Der aktuelle Stand sei unter www.vhs-tirol.at/online-kurse/ einsehbar, wie überhaupt alle Kurse online abrufbar seien.

Am Herzen liegen Julia Purgstaller zwei Themenschwerpunkte. Die „25, 75, 100 – Jahr der Jubiläen“, die sich mit drei Ereignissen der österreichischen Politikgeschichte beschäftigt und in deren Rahmen Bundespräsidenten a. D. Heinz Fischer auftreten wird. Zudem noch eine kaleidoskopische Veranstaltungsreihe, „Niemals vergessen. Niemals.“, die sich im Herbst vielfältig mit Antisemitismus und Rassismus auseinandersetzt.


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