Tirolerisch ist „nit lei oans“: Dialekt-Wörterbuch zeigt die vielen Varianten

Ein Wörterbuch der Tiroler Dialekte zeigt Trennendes und Verbindendes und warum in mancher Talschaft ganz anders gesprochen wird als in der benachbarten.

Hans Moser hat Dialektwörter aus ganz Nord-, Ost- und Südtirol gesammelt, daraus entstand jetzt ein Buch.
© Dialekte

Von Michaela S. Paulmichl

Innsbruck – Etwas hart, aber doch auch sehr herzlich: So empfinden viele den Tiroler Dialekt. Entsprechend gut schnitt Tirolerisch in Österreich bei der Umfrage einer Online-Partnervermittlung ab. Gemeinsam mit Kärntnerisch ist es demnach am beliebtesten. Als gebürtiger Tiroler weiß Hans Moser – Germanist, langjähriger Rektor der Uni Innsbruck und Autor von „Das große Wörterbuch der Tiroler Dialekte“ – aber natürlich, dass es nicht nur „den Einen“ gibt, sondern sehr viele. Oder eben einen mit vielen Varianten.

„Die Unterländer empfinden ihre Aussprache als weniger hart als die der Oberländer. Es gibt Unterschiede zwischen den Bezirken, Tälern und manchmal auch zwischen benachbarten Gemeinden.“ Ist das Nachbardorf aus einem bestimmten Grund nicht beliebt, wollen die anderen auch im Dialekt der Bewohner eine Kleinigkeit erkennen, die anders und ihnen natürlich nicht besonders sympathisch ist.

Moser hat einige dieser Lautunterschiede gesammelt: Der Stein wird im Unterinntal als „Stoa“ ausgesprochen, westlich von Hall heißt es „Stoan“, im Zillertal „Stua“ im Drautal, Paznaun und im Stanzertal aber „Stan“ oder „Sta“.

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