Stephanie Brunner gelassen: „Wenn das Band reißt, dann reißt es eben wieder“

Ein Jahr nach ihrem dritten Kreuzbandriss innerhalb von 17 Monaten fährt Stephanie Brunner (26) wieder Ski – mit Zuversicht und Gelassenheit.

Zurück auf ihrem Element: Die Tuxerin Stephanie Brunner zog schon wieder Spuren in den Gletscherschnee – auf neuem Material.
© ÖSV/Riegler

Stephanie Brunner über die ersten Schwünge nach einem Jahr: „Mir geht es sehr gut. Das Knie funktioniert sehr gut, es hat jetzt auf die Belastung nicht reagiert. Darauf kann ich aufbauen.“

... das aktuelle Programm auf Schnee: „Am Anfang rutscht man viel, macht viele Technikfahrten und schaut, dass die Schwünge links und rechts gleich passen. Es sind kleine Schritte, aber sehr wichtige kleine Schritte.“

... ein Jahr Zwangspause: „Ein Jahr mag nach einer ewig langen Zeit klingen. Wenn man zurückblickt, ist ein Jahr im Leben aber gar nichts.“

... ihre Fitness: „Die Vorbereitung war sehr gut. Ich habe bei mir daheim in Tux ein paar Radausflüge gemacht und bin im Bereich Kraft und Ausdauer sogar noch einen Schritt weiter. Es blieb in dem Jahr auch Zeit, um Defizite auszumerzen. Ich fühle mich also topfit und bin da, wo ich sonst auch zu dieser Zeit stehen würde.“

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... über ihre Geduld: „Ich habe von meinen beiden Kreuzbandrissen zuvor gelernt, mir die Zeit zu nehmen, die ich brauche, auch bis sich das Kreuzband umwandelt.“

... über diese Umwandlung: „Ich wurde ja zweimal operiert. Mit Knochen aus dem Becken wurden die Bohrkanäle im Knie gefüllt, dann im November mithilfe der Patellasehne das Kreuzband gemacht. Es dauert, bis sich das umwandelt.“

... über das Vertrauen ins Knie: „Damit habe ich keine Probleme. Ich denke mir, dass es schon halten wird. Wenn das Band reißt, dann reißt es eben wieder. Ich habe aber alles getan, dass das nicht passiert. Skisport ist ein Risikosport. Wenn es nicht halten will, dann wollte der Herrgott wohl nicht, dass ich Rennen fahre.“

... den Wechsel von Head zu Atomic ohne Tests zuvor: „Ich brauchte etwas Neues. In der Reha läuft ja jeder Tag gleich ab. Das wird auch mühsam. Und ich kann dann nicht langsam anfangen, sondern fahre gleich, als ob es ein Rennen wäre. So habe ich für mich die Handbremse gezogen. Ich fühle mich sehr wohl, bin positiv überrascht und überzeugt, dass das eine gute Wahl war.“

... das möglicherweise zu aggressive alte Material: „Das kann man so nicht sagen. Ich wollte was Neues probieren und bin damit happy.“

... einen Start in Sölden: „Das kann ich noch nicht sagen und ist derzeit kein Thema bei mir. Ich lebe im Heute und will nicht vorausschauen. Ich weiß nur zu gut, was innerhalb eines Tages passieren kann. Die Saison mit der WM ist noch lange. Da ist ein Rennen auf oder ab egal.“

... ihr Tattoo auf dem Rumpf (übersetzt „Was mich nicht umbringt, macht mich stärker“): „Das war mein erstes überhaupt. Zuletzt kam Corona-bedingt kein neues dazu. Aber ich habe noch ein paar Jahre, um mich weiter zu schmücken.“

Das Gespräch zeichnete Sabine Hochschwarzer auf.


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