Deutsches Chaos bleibt: Nach wie vor uneinheitliche Corona-Regeln

Bund und Länder in Deutschland wollen Verstöße gegen die Corona-Beschränkungen schärfer ahnden. Private Feiern bleiben Ländersache.

Von einem deutschen Bundesland in ein anderes zu fahren, bedeutet, andere Corona-Bestimmungen kennen und beachten zu müssen.
© AFP

Berlin – Die in Deutschland je nach Bundesland unterschiedlichen Corona-Regeln und Beschränkungen sorgen immer wieder für Verwirrung und Kritik. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) versuchte gestern, sich mit den Länder-Chefs auf ein bundesweit einheitliches Vorgehen zu verständigen. Das ist aber nur in Teilbereichen gelungen. Fest steht nur, dass Deutschland wegen der wieder steigenden Infektionszahlen die Beschränkungen nicht lockern wird. Die wichtigsten Punkte für österreichische Deutschlandbesucher:

1️⃣ Maskenpflicht: Bei Verstößen gegen die Mund-Nasen-Schutz-Pflicht wird künftig eine Mindeststrafe von 50 Euro fällig. Sachsen-Anhalt schert aus und will keine Bußgelder. Bayern wird weiterhin mindestens 250 Euro Strafe fürs Nicht-Tragen verhängen.

2️⃣ Großveranstaltungen, bei denen eine Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygieneregelungen nicht möglich ist, dürfen bis mindestens Ende Dezember 2020 nicht stattfinden. Zum einheitlichen Umgang mit Zuschauern bei bundesweiten Sportveranstaltungen wird eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Damit ist klar, dass die Fußball-Bundesliga auf jeden Fall zum Saisonstart im September ihre Spiele vor leeren Zuschauerrängen austragen muss. Ein längeres Verbot würde auch Handball, Basketball und Eishockey empfindlich treffen. Über die Zulassung von Weihnachtsmärkten und Karnevalsveranstaltungen will Merkel laut dpa erst später entscheiden.

3️⃣ Private Feiern. Bei den umstrittenen Feiern im Familien- und Freundeskreis konnten sich Bund und Länder nicht auf bundesweit geltende Obergrenzen für Teilnehmerzahlen einigen, wie die Deutsche Presse-Agentur aus der Beratungsrunde erfuhr. Die Bürger werden gebeten, in jedem Einzelfall kritisch abzuwägen, ob, wie und in welchem Umfang private Feierlichkeiten nötig und vertretbar seien. Diese Feiern gelten allerdings als ein Hauptgrund für die zunehmenden Neuinfektionszahlen.

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen in Deutschland, die zeitweise deutlich unter 1000 lag, war zuletzt wieder gestiegen. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) vom frühen Donnerstagmorgen wurden aktuell 1507 neue Fälle registriert. Am Samstag war mit 2034 Fällen erstmals seit Ende April die 2000er-Marke überschritten worden. (TT, dpa)


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