Škoda Enyaq: Voll elektrisiert ins Jubiläumsjahr

125 Jahre ist Škoda, geboren als Laurin & Klement, heuer jung. Da darf gefeiert werden: Mit dem ersten Elektroauto, dem Enyaq iV, startet man zeitgemäß in die Zukunft.

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Serienreif zeigt sich der Škoda Enyaq weniger futuristisch als noch die Designstudien – optisch aber ein gelungener Neuzugang.
© Hersteller

Von Gerhard Kuntschik

Prag – Es war mehr als „nur“ eine Autopremiere, als Škoda in dieser Woche in Prags O2-Arena (ja, dort, wo sonst Eishockey gespielt wird oder Popstars auftreten) ein neues Modell vorführte. Es war quasi eine Geburtstagsfeier, wenn auch nicht am exakten Tag (der wäre der 18. Dezember), zum 125-jährigen Bestehen des von den Ingenieuren Vaclav Laurin und Vaclav Klement 1895 gegründeten Unternehmens. Das selbst produzierte Geschenk wurde Tschechiens Ministerpräsidenten Andrej Babis und rund 500 weiteren Gästen vorgestellt: Der erste rein elektrische Škoda der Neuzeit als Volkswagen-Tochter, der Enyaq iV. An ein Elektroauto hatte Škoda schon knapp vor der VW-Übernahme gedacht und den Eltra 1992 in Kleinserie produziert, das war aber eine andere Geschichte – und war auch schnell Geschichte.

Enyaq? Darauf muss man einmal kommen. E steht für Elektro, Q für die SUV-Modelle Škodas, und Enya ist das gälische Wort für „Quelle des Lebens“. Nun, beim Enyaq könnte man meinen: Quelle des neuen Elektro-Lebens, das durchaus eindrucksvoll beginnt. Wobei das Design der Mannschaft von Oliver Stefani – für das Äußere zeichnete wieder der Steirer Karl Neuhold verantwortlich – weit weniger futuristisch ausfiel, als vorangegangene Studien vermuten ließen. Der Enyaq zeigt deutliche Ähnlichkeiten zum Kodiaq, ist aber flacher und sportlicher gezeichnet mit sehr eigenständiger Front- und Heckpartie. Die optional erhältliche beleuchtete Kristall-Verkleidung des Grills (mit 130 LEDs, Serie beim RS) ist nicht nur ein auffälliger Hingucker, sondern auch ein dezenter Hinweis auf eine böhmische Industrietradition.

Der Enyaq ist Škodas erstes Modell auf der modularen Elektroarchitektur (MEB) des Konzerns, wird aber im Stammwerk Mlada Boleslav/Jungbunzlau gefertigt, wo für eine gemeinsame Produktionslinie für MEB- und MQB-Modelle (Octavia, Karoq) 32 Millionen Euro investiert wurden. Die Serienproduktion des Enyaq beginnt noch heuer.

Durch die Platzierung des E-Motors kommt das SUV mit Heckantrieb, wahlweise auch mit Allrad (diese Version folgt kurz nach dem Marktstart im Frühjahr 2021). „Simply clever“ und vor allem umfassend alltagstauglich muss auch ein Elektro-Škoda sein, deshalb werden als Reichweite „bis zu 510 Kilometer nach WLTP“ angegeben. Das sieht auch der neue Vorstandschef Thomas Schäfer, der erst kürzlich Bernhard Maier ablöste, so: „Mit dem Enyaq iV beginnt für Škoda eine neue Zeitrechnung. Mit ihm machen wir E-Mobilität simply clever – mit hohen Reichweiten, kurzen Ladezeiten, einfacher Bedienung und erreichbaren Preisen.“

Der Kunde kann zwischen drei Akku-Größen (52, 62 und 82 kWh) und damit einer Leistung von 109, 132 oder 150 kW wählen. Die Reichweiten werden mit 340, 390 und 510 Kilometern angegeben.

Mit dem Travel Assist wurde auch das umfangreiche Paket an Sicherheitsfeatures erweitert. Das Platzangebot entspricht dem des Kodiaq, obwohl der Enyaq etwas kürzer als der Octavia ist.

Viele Materialien und das Design des Interieurs sind neu. Für die Personalisierung sind zehn Themenpakete wählbar. Elektrospezifische „Simply clever“-Features sind ein Ladekabel-Reiniger, eine Schutzkappe für die Ladedose und ein Fach für das Ladekabel unter dem Kofferraumboden. Mit dem „Powerpass“ ist das Laden an vielen Stationen in der EU möglich. Für zuhause bietet Škoda eine Wallbox in drei Versionen an.

Škoda will nicht nur mit dem Enyaq iV im wachsenden Sektor E-Mobilität überzeugen, sondern als zweitstärkste Marke in Österreich auch mit den Preisen: Die sollen für die drei Versionen, die ab Oktober bestellbar sein werden, jeweils unter 35.000, 40.000 und 45.000 Euro liegen – Förderungen noch nicht inkludiert. Und wer Elektro-Lust, aber auch Geduld hat, kann sich auf 2021 und die Coupéversion des Enyaq freuen, die Österreich-Chef Max Egger mit besonderer Spannung erwartet.


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