75 Jahre Tiroler Volkspartei: Nach Wallnöfer wurde es turbulenter

Seit 75 Jahren stellt die ÖVP in Tirol den Landeshauptmann. Bis 1989 verfügte sie über eine Zweidrittel-Mehrheit, heute regiert die VP mit den Grünen.

Vier Parteichefs, drei Landeshauptleute: LH Günther Platter (l.), die Altlandeshauptleute Wendelin Weingartner (2. v. l.) und Herwig van Staa (r.) sowie der ehemalige Landeshauptmannstellvertreter Ferdinand Eberle (2. v. r.).
© Angerer/VP

Innsbruck – LH Günther Platter, die Altlandeshauptleute Wendelin Weingartner und Herwig van Staa sowie Ex-Landeshauptmannvize Ferdinand Eberle verbinden nicht nur 75 Jahre Tiroler Volkspartei: Alle vier waren Parteichefs, Weingartner, der 1991 Parteichef wurde, holte Platter im Jahr 2000 in die Regierung und übergab 2001 den Parteivorsitz an Ferdinand Eberle. Der Außerferner trat nur zwölf Monate später im Hypo-Streit mit Weingartner zurück, in einer Kampfabstimmung um die Führung der Partei setzte sich daraufhin Herwig van Staa gegen Platter durch.

Ende Oktober 2002 löste der ehemalige Innsbrucker Bürgermeister schließlich Weingartner als Landeshauptmann ab, um dieses Amt am 1. Juli 2008 wiederum an Günther Platter abzugeben. Der jetzt nach dem ÖVP-Säulenheiligen Eduard Wallnöfer (bis 1987) bereits der am zweitlängsten amtierende Landeshauptmann von Tirol ist. So gesehen kann es auch in relativ kurzer Zeit turbulent in der Tiroler ÖVP zugehen.

Schließlich erfolgte nach Wallnöfer eine Zäsur, Weingartner leitete nach LH Alois Partl (bis 1993) umfangreiche Parteireformen ein. Schon damals mit an Bord Martin Malaun, der heute ÖVP-Hauptgeschäftsführer ist.

Mit 200 Exponaten und 160 Fotos bzw. Plakaten werden im Parteihaus in Innsbruck die letzten 75 Jahre abwechslungsreich illustriert. „Wir übernehmen Verantwortung, nicht nur wenn die Sonne scheint, sondern auch dann, wenn uns der Sturm ins Gesicht bläst“, meinte Platter gestern bei der Ausstellungseröffnung. Wer den Erfolg der Vergangenheit als Ruhekissen sehe, sei in der Politik fehl am Platz. Platter skizzierte deshalb ein Land, das noch stärker als bisher in Wissen, Ausbildung, in Forschung und in Entwicklung investiert. (pn)

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