Kameras bei Grasser-Anwesen in Kitzbühel beschäftigen die Behörde

Reinhardt Wohlfahrtstätter aus Kitzbühel reicht es: Er hat jetzt eine Beschwerde bei der Staatsanwaltschaft eingereicht.

Die Kamerapositionen seien jetzt verändert worden.
© Wohlfahrtstätter

Von Michael Mader

Kitzbühel – Es sind gleich zwei Dinge, die den ehemaligen SPÖ-Stadtparteiobmann und nunmehrigen Ersatzgemeinderat in Kitzbühel, Reinhardt Wohlfahrtstätter, in Bezug auf das Anwesen von Fiona und Karl-Heinz Grasser in Kitzbühel stören. Zum einen die „Disneyland-Beleuchtung“ des Grundstück­es, wie sie Wohlfahrtstätter nennt, zum anderen drei Kameras auf dem Parkplatz vor dem Haus, die öffentlichen Grund und damit auch fremde Leute filmen würden.

Wie berichtet, bekräftigte Grasser in einem Brief an die Stadtgemeinde, dass er ein bestes Einvernehmen mit den Nachbarn habe und sowohl die Beleuchtung als auch die Kameras Teil eines Sicherheitskonzepts seien, nachdem seine Frau Fiona vor Jahren entführt werden hätte sollen.

Wohlfahrtstätter hat die Stadtgemeinde aufgefordert, in dieser Sache einzuschreiten, und das habe sie auch getan. „Der Stadtamtsdirektor hat Grasser bezüglich einer Stellungnahme angeschrieben und der hat geantwortet, dass nur private Teile gefilmt werden würden. Der Stadtamtsdirektor hält diese Aussage aber nicht für plausibel und will sich das jetzt vor Ort anschauen“, berichtet Wohlfahrtstätter der TT. Interessanterweise seien inzwischen die Winkel bzw. Positionen der Kameras verändert worden. Das will er mit verschiedenen Fotos belegen.

„Ich finde, man sollte sich jetzt nicht mit beliebigen Screenshots und möglichen Einsichtnahmen weiter für dumm verkaufen lassen. Nachdem das Filmen von öffentlichem Gut absolut unzulässig und Privatpersonen strikt untersagt ist, möge seitens des Stadtamtes die Aufforderung ergehen, die Kameras von dieser Position unverzüglich zu entfernen“, fordert Wohlfahrtstätter.

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Ungeachtet dessen hat er eine Anzeige bzw. eine Beschwerde wegen Datenmissbrauchs eingebracht. „Nachdem dieses Vergehen bereits seit Monaten anhält, bitte ich um kurzfristige Behandlung, denn ich und auch viele andere Bürger, welche diesen Weg täglich mehrfach passieren, haben kein Interesse daran, täglich im Bereich des Wohnhauses der Familie Grasser, auf öffentlichem Gut, gefilmt zu werden“, heißt es in dem Schreiben an die Staatsanwaltschaft. Leicht sei das allerdings nicht gewesen: Er sei mit seiner Beschwerde mehrfach an andere Ämter verwiesen worden, weil sich niemand für zuständig erklärt habe. Unter anderem von der Bezirkshauptmannschaft an das Land und weiter an die Korruptionsstaatsanwaltschaft. Aber so schnell will er nicht aufgeben.


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