Vorwürfe wegen Amtsmissbrauchs bei Grundkauf in Kirchberg

Kirchbergs FPÖ-Gemeinderat Wolfgang Haller ortet Amtsmissbrauch bei Grundkauf von ÖVP-GR Franz Heim.

Von Harald Angerer

Kirchberg i. T. – Es sind schwere Geschütze, die der Kirchberger FPÖ-Gemeinderat Wolfgang Haller gegen seine VP-Gemeinderatskollegen Bezirksforstinspektor Franz Heim und Bezirkshauptmann-Stellvertreter Martin Grander auffährt. Haller spricht von Amtsmissbrauch und Freunderlwirtschaft. Dabei geht es um eine Fläche im Kirchberger Ortsteil Aschau. Diese hat Heim gekauft und nun wurde auf dem Grundstück gearbeitet. Das hat nun Haller auf den Plan gerufen. „Heim ist kein Bauer und darf nie und nimmer so ein Grundstück kaufen. Hier hat ihm sein Jagdkollege Grander geholfen, ich habe deshalb eine Anzeige wegen Amtsmissbrauchs eingebracht“, sagt Haller.

Er argumentiert, dass es sich um eine landwirtschaftliche Nutzfläche handle, zudem würden die Arbeiten in einem Landschaftsschutzgebiet durchgeführt. „Da wurde alles umgegraben. Auf meine Anfrage bei der Gemeinde habe ich dazu keine Informationen erhalten“, ärgert sich Haller. Es gebe eine Weisung, dass er nichts darüber bekommen soll, obwohl er Mitglied des Umweltausschusses ist. Für ihn sind die Vorgänge mehr als dubios.

Heim ist kein Bauer und darf nie und nimmer so ein Grundstück kaufen.
Wolfgang Haller
 (FPÖ-Gemeinderat)

„Ich weise diese Vorwürfe klar zurück, das ist verleumdend“, sagt dazu Martin Grander auf Anfrage der Tiroler Tageszeitung und auch Franz Heim stellt klar: „Die Anschuldigungen von Haller sind absolut hatlos.“ Er habe in dem Bereich von seinem Vater bereits eine Fläche vererbt bekommen und habe vor eineinhalb Jahren die besagte Fläche, bestehend aus zwei Grundparzellen, angeboten bekommen. Dabei handelt es sich um zwei Hektar Wald und weitere 1000 m2 Grund. „Der Kauf wurde ganz normal abgewickelt“, betont Heim.

Grander seinerseits verweist auf eine Grundverkehrsverhandlung, diese sei völlig transparent verlaufen. Man habe ein Gutachten der Agrar­abteilung des Landes angefordert, dieses habe bestätigt, dass es sich um eine Waldfläche und um eine Brachfläche handelt. Damit sei ein Kauf möglich, da Heim als Förster den Wald bewirtschaften kann und die Brachfläche keinen landwirtschaftlichen Nutzen mehr habe.

Ich weise diese Vorwürfe klar zurück, das ist verleumdend.
Martin Grander 
(Bezirkshauptmann-Stv.)

Heim betont auch, dass auf der Gesamtfläche von nun 3,5 Hektar nichts gebaut werden soll. „Ich möchte hier einen zukunftsfitten Wald aufforsten“, schildert Heim. Dazu wurden nun die Vorarbeiten durchgeführt. Zudem gibt es auf der Fläche eine Wasserfassung und eine Leitung, die veraltet ist. „Diese lasse ich gerade erneuern, es würde ja keinen Sinn machen. Hier habe ich auch eine Verpflichtung gegenüber vier Dienstbarkeitsnehmern“, sagt Heim.


Kommentieren


Schlagworte