Reparaturen nach Unwetter: Jetzt wird beim Drautalradweg abgerechnet

Der Radweg ist nach den Unwettern 2018 repariert. Das kostete 2,1 Millionen Euro.

Der Drautalradweg vom Südtiroler Innichen nach Lienz wird pro Saison von bis zu 150.000 Radlern genutzt, meist sind es Italiener.
© Oblasser

Von Catharina Oblasser

Lienz – Fast geschafft: Der Drautalradweg ist auf seiner neuen Streckenführung befahrbar. Was noch fehlt, ist die Asphaltdecke für rund sieben Kilometer der insgesamt 40 Kilometer langen Radroute, die vom Südtiroler Innichen bis nach Lienz führt. Diese Arbeiten werden im September durchgeführt, dann sind alle Nachwirkungen der Unwetter vom Herbst 2018 beseitigt. Damals hatte das Sturmtief Vaia Schäden in der Höhe von 2,1 Millionen Euro am Radweg angerichtet.

Nun geht es ans Bezahlen. Etwa die Hälfte der Kosten kommt aus Mitteln des Katastrophenfonds, weitere 630.000 Euro aus dem Topf für Radwegförderungen des Landes, erklärt Harald Haider. Der Leiter des Baubezirksamtes ist zugleich Obmann des Vereins „Radwege Osttirol“ und als solcher mit der Abwicklung betraut. „Es bleibt ein Rest von 420.000 Euro, die vom Tourismusverband, von der Stadt Lienz und den Anrainer-Gemeinden an der Drau übernommen werden“, zählt Haider auf. Auch Private wie etwa der Radverleiher aus Innichen beteiligen sich.

Auf die Stadtgemeinde Lien­z entfallen 140.000 Euro, die in zwei Tranchen zu je 70.000 Euro gezahlt werden. In der jüngsten Gemeinderatssitzung gaben die Lienzer Mandatare ihr Okay dazu.

Der Radwege-Obmann gab auch einen Überblick über die Baumaßnahmen, die am Drautalradweg nötig waren. „Es wurden zwei große und zwei kleine Brücken gebaut, da der Radweg zum Teil auf die andere Drauseite verlegt werden musste. Dafür ist die Route jetzt sicherer als vorher.“ Das linke Ufer ist nämlich weiter von den Berghängen entfernt, die schon in der Vergangenheit immer wieder abgerutscht waren und die Fahrbahn verlegt hatten.

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

TT ePaper

Der Drauradweg gehört zu den beliebtesten Strecken Österreichs. Bis zu 150.000 Gäste, hauptsächlich Italiener, fahren ihn pro Saison entlang. An Spitzentagen während Ferragosto (der italienischen Hauptferienzeit) sind 6000 Personen oder mehr unterwegs. Von Lienz aus fahren die Besucher mit dem Zug zurück nach Innichen. Durch den Umbau des Lienzer Bahnhofs bekommen die Radler sogar ein eigenes Gleis für die Abfertigung.

Der Drauradweg ist zwar die bekannteste, aber nicht die einzige Radroute im Bezirk Lienz. Von der Stadt ausgehend, geht der Weg an der Drau weiter nach Kärnten und bis nach Slowenien. Ebenfalls von Lienz ausgehend gibt es einen Radweg an der Isel, der Richtung Matrei führt. Der Knackpunkt: Bis dato besteht keine durchgehende Verbindung zwischen diesen drei Routen. Wer vom Drautal ins Iseltal will oder umgekehrt, verirrt sich nur allzu leicht im Gewirr der Lienzer Straßen. Bürgermeisterin Elisabeth Blanik kündigt an, dass die Stadt sich demnächst um durchgehende Verbindungen kümmern will.


Kommentieren


Schlagworte