Starke Stadt-Land-Schere im diesjährigen Sommertourismus

An Seen und am Land brummte im Juli der Tourismus weitgehend. Die Stadt- und Tagungshotellerie wurde von der Krise getroffen.

Vor allem die österreichischen Seenregionen konnten sich bisher im heurigen Sommer nicht über einen Gäste-Schwund klagen.
© iStock Editorial

Wien – Die Corona-Krise trifft vor allem die Stadt- und Tagungshotellerie. Österreichweit wurde im Juli ein Nächtigungsminus von 17 Prozent gegenüber Juli 2019 verzeichnet. In den Seengebieten und am Land brummte hingegen der Tourismus. Man sei froh, dass zumindest „in einigen beliebten Feriendestinationen der Sommer so positiv begonnen hat“, so die WKÖ-Hotellerie-Obfrau Susanne Kraus-Winkler.

Es zeige, dass „Gäste darauf vertrauen, in heimischen Beherbergungsbetrieben einen weitgehend sicheren Urlaub auch in Pandemiezeiten erleben zu können“, so Kraus-Winkler. Dies würde aber der Ferienhotellerie lediglich helfen, die verlorenen Monate der Corona-bedingt viel kürzeren Sommervorsaison 2020 besser zu verkraften.

Nächtigungen Jänner bis Juli 2020, Vergleich zum Vorjahr.
© APA

Die Juli-Nächtigungszahlen zeigen die Schere zwischen Stadt und Land. Einige Ferienregionen in Österreich haben im Juli höhere Nächtigungszahlen als 2019 gemeldet. Die Stadt- und Tagungshotellerie befinde sich aber „mit wenigen Ausnahmen noch immer in einer extrem schwierigen Situation“. In Wien brach im Juli die Zahl der Nächtigungen im Vergleich zu 2019 um 73,3 Prozent ein und in der Stadt Salzburg um 49,5 Prozent. Tirol verzeichnete wie bereits berichtet ein Minus von 14,3 Prozent. Einen Anstieg vermeldeten hingegen das Burgenland (+4,1 Prozent), die Steiermark (+2 Prozent) und Kärnten (+0,1 Prozent).

Die ersten Hälfte der Sommersaison (Mai bis Juli) lag österreichweit mit 21,52 Mio. Nächtigungen um 44,6 Prozent unter dem Vorjahres­niveau, wie die Statistik Aus­tria mitteilte. Ein Hauptgrund waren die Corona-bedingten Betriebsschließungen im Tourismus bis Ende Mai und Reise­beschränkungen. In Tirol liegt die Nächtigungsbilanz zur Halbzeit der Somme­rsaison (Mai bis Oktober) mit minus 42 Prozent auf 6,07 Millionen im tiefroten Bereich.

TT-ePaper gratis testen und eine von fünf Snow Cards Tirol gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt mitmachen
TT ePaper

Für die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV) sind die guten Buchungszahlen im Juli in den Seengebieten und in den ländlichen Gegenden ein positives Signal, die Stadthotellerie ist aber weiterhin von der Corona-Krise stark betroffen. „Wir fahren weiter auf Sicht, die Prognosen sind extrem kurzfristig. Wir sind noch lange nicht über den Berg“, so ÖHV-Präsidentin Michaela Reitterer am Freitag in einer Aussendung. „31 Mio. verloren­e Gästenächte holt keiner auf.“ (APA, TT)


Kommentieren


Schlagworte