Berliner Polizei löst Demo gegen Corona-Politik auf

In Berlin hat es bei den Protesten von Gegnern der Corona-Beschränkungen nach Angaben des Berliner Innensenators Andreas Geisel bisher etwa 300 Festnahmen gegeben. Allein 200 Personen seien nahe der russischen Botschaft festgenommen worden, wo bis zu 3.000 „Reichsbürger und Extremisten“ demonstrieren würden, sagte der SPD-Politiker am frühen Samstagabend vor Journalisten.

Dort habe sich die Situation ab dem Nachmittag zugespitzt, Einsatzkräfte seien mit Flaschen und Steinen beworfen worden. Auch aktuell gebe dort „heftige gewalttätige Auseinandersetzungen“. Bisher gebe es an der Stelle sieben verletzte Polizisten.

Insgesamt hätten in Berlin am Samstag bis zu 38.000 Menschen demonstriert. Der Großteil habe sich an der Abschlusskundgebung beteiligt. Diese Veranstaltung laufe derzeit auch noch und werde wohl erst gegen 21.00 beendet werden. Die Veranstalter dort würden sich bemühen, die Abstandsregeln einzuhalten. Die Großdemonstration in Berlin war zuvor von der Polizei aufgelöst worden. Grund dafür war nach Angaben der Behörden „insbesondere die Nichteinhaltung der Abstandsregelungen“.

Schon am Vormittag kam es zu Menschenansammlungen im Berliner Zentrum rund um das Brandenburger Tor. In der Menge waren zahlreiche Deutschland-Flaggen zu sehen, zeitweise skandierten die Demonstranten „Merkel weg“.

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Die Polizei hatte nach eigenen Angaben die Demonstrationsteilnehmer wiederholt aufgefordert, die vorgeschriebenen Abstände einzuhalten. Da diese Aufforderung nicht befolgt worden sei, habe der Einsatzleiter das Tragen von Mund-Nasen-Schutz zur Auflage gemacht.

Bei der Auflösung der Kundgebung setzte die Polizei auch einen Hubschrauber ein, um sich ein Bild über die Lage zu machen. Zu den Festnahmen kam es auf der Straße Unter den Linden. „Es wurde Zwang in Form einfacher körperlicher Gewalt und Pfefferspray eingesetzt“, twitterte die Polizei.

Auch in London und Paris gab es Demonstrationen gegen Corona-Auflagen, allerdings deutlich kleinere. In der britischen Hauptstadt kamen mehrere hundert Menschen am Trafalgar Square zusammen. Sie stellten Informationen über das Virus infrage, viele trugen Transparente mit der Aufschrift „Fake News“. In Paris versammelten sich rund 200 Aktivisten, die vor allem gegen die Maskenpflicht auf die Straße gingen. „Nein zur Gesundheitsdiktatur“ und „Lasst unsere Kinder atmen“ war hier auf Plakaten zu lesen.

Auch in Wien fand eine Protestveranstaltung statt. Bei der „Großdemo“ versammelten sich am Samstagabend laut Veranstaltern rund 3.000 Teilnehmer beim Wiener Resselpark, um gegen die Corona-Maßnahmen zu demonstrieren. Im Gegensatz zu der Kundgebung in Berlin habe es „keinerlei Probleme“ gegeben, so Sprecher Martin Rutter zur APA.

Das Ziel der Versammlung laut Hannes Brejcha von Querdenker Wien: „Wir möchten bis zu 15.000 Menschen vor Ort aus dieser 'Coronadiktatur' befreien und Hunderttausende online erreichen.“ Als Redner hatten sich u.a. Peer Eifler, Franziska Loibner, Alexandra Koller und Merith Streicher zu den Themen Impfzwang, juristische Sicht auf Corona-Maßnahmen, 5G sowie Killervirus Ja oder Nein angekündigt.


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