Preisregen für Altistin Sala auf dem 11. Internationalen Cesti-Wettbewerb

Das besonders hohe Niveau des 11. Internationalen Cesti-Wettbewerbs brachte eine Erweiterung des Finalkonzertes.

Margherita Maria Sala gewann im Cesti-Finale den 1. Preis, den Publikumspreis und ein Wiener Konzert-Engagement.
© diefotografen

Innsbruck — Nach einer temperamentvollen Vivaldi-Ouvertüre und dem Opernarien-Marathon ging Sonntagnacht im Haus der Musik der Preisregen des 11. Internationalen Gesangswettbewerbs für Barockoper Pietro Antonio Cesti über die 13 Finalisten nieder. Mit dem mit 4000 Euro dotierten ersten Preis wurde die 27-jährige herausragende italienische Kontraaltistin Margherita Maria Sala ausgezeichnet, die zudem den Publikumspreis sowie ein Engagement für ein Resonanzen-Konzert im Wiener Konzerthaus gewann. Mit dem zweiten Preis (3000 Euro) wurde José Coca Loza, 31-jähriger Bass aus Bolivien, bedacht, der dritte Preis (2000 Euro) ging an den 31-jährigen serbischen Bariton Sreten Manojlovic.

Nachwuchspreise wurden vergeben an den 28-jährigen australischen Tenor Jacob Lawrence und die 27-jährige französische Sopranistin Julie Goussot, die zudem eine Einladung zu einer Opernproduktion des italienischen Concerto Theresia erhielt. Für ein Konzert- oder Opernengagement mit Il Gusto Barocco wurde die 27-jährige Sopranistin Anita Giovanna Rosati aus Österreich erwählt.

Mehr als 160 Anmeldungen aus 46 Nationen

Der Cesti-Bewerb ist besonders gefragt wegen der Engagements, die hier vergeben werden. Nicht zuletzt sind die Chancen bei den Innsbrucker Festwochen hoch, wo es um zahlreiche Auftritte geht — und nicht nur bei „Barockoper: Jung".

Mehr als 160 Anmeldungen aus 46 Nationen gingen zum diesjährigen Cesti-Bewerb ein, angetreten sind 86 Vokalisten. Das Niveau war ungewöhnlich hoch, und so entschied sich die hochkarätige Jury unter dem Vorsitz von Michael Fichtenholz (Operndirektor Zürich, Händel-Festspiele Karlsruhe), erstmals 13 Teilnehmer — drei mehr als in den Jahren bisher — zum Finale zuzulassen. Es sangen vier Soprane, ein Mezzosopran, ein Kontraalt, drei Tenöre, ein Bariton und drei Bässe. Für das Publikum ergab das 26 Arien, als Pflichtstücke und als Vorschau auf die „Barockoper:Jung" 2021 durfte man Musik der erst 2005 in Hamburg uraufgeführten Oper „Boris Goudenow" kennen lernen.

Instrumentale Hochbegabungen

Mattheson gegen Händel hieß es sinnvollerweise im ersten Konzerteil, als Pflicht- mit Kürarien durchmischt waren — und sich Mattheson im ausnahmsweise waffenfreien Duell mit dem Freund und Kontrahenten erstaunlich gut hielt. Die Interpreten im engen Altersrahmen zwischen 27 und 31 Jahren, nur eine Sopranistin war 24, erwiesen sich als weitgehend fertige Sänger, wenn naturgemäß auch von unterschiedlicher Belastbarkeit.

Die spannenden Talente-Entdeckungen erstreckten sich nicht nur auf die Sängerinnen und Sänger. Auch in dem von Andrea Marchiol wunderbar geleiteten, vitalen Concerto Theresia fanden sich instrumentale Hochbegabungen. (u.st.)


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