Erfolgscoach Felder backt in Italien kleinere Brötchen

Nach seinem Rückzug als ÖSV-Cheftrainer gönnte sich Andreas Felder nur eine Mini-Auszeit. Der 58-Jährige trainiert Italiens Skisprung-Damen.

Andreas Felder will in Italien etwas aufbauen.
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Von Benjamin Kiechl

Innsbruck – Andreas Felder steht schon wieder am Trainerturm. Nach zwei Jahren als ÖSV-Herrencheftrainer, in denen er die Adler zurück zu alter Stärke geführt hatte, verkündete der 58-Jährige im März überraschend seinen Rückzug aus familiären Gründen. Der Absamer wurde zum dritten Mal Vater und wollte mehr Zeit mit Töchterchen und Freundin verbringen. Der Abschied vom Skisprung-Zirkus dauerte jedoch nur kurz.

Seit Mai tritt der erfahrene Nordische als Coach der italienischen Skisprung-Damen in Erscheinung. Eine große Umstellung von der Skisprung-Großmacht Österreich ins familiär anmutende italienische Team. „Es hat einfach gut gepasst und es ist eine interessante Aufgabe. Deshalb habe ich zugesagt“, erzählte Felder von seinem neuen Arbeitsumfeld.

Mit dabei: Lara Malsiner.
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Mit vielen Siegen darf der Tiroler jedoch nicht unbedingt rechnen – Felder backt nun eben kleinere Brötchen. Bei Damen und Herren kommt Italien trotz guter Voraussetzungen die Mitläufer-Rolle zu. Nach der verpassten Chance bei den Winterspielen 2006 – die Sprungschanze in Pragelato ist mittlerweile verfallen – hofft man auf einen neuen Schub im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2026 in Mailand/Cortina.

Das Hauptaugenmerk des 25-fachen Weltcupsiegers und Skiflug-Weltmeisters von 1986 liegt bei den Damen auf den Schwestern Lara, Manuela und Jessica Malsiner. Dazu kommt noch Stams-Schülerin Martina Ambrosi. Beim Damen-Weltcup in Hinzenbach landete Lara Malsiner im vergangenen Winter erstmals auf dem Podest. Felder steht mit seinem Wissen auch dem jungen Herren-Chefcoach Andreas Morassi (32) zur Seite. Trainiert wird hauptsächlich in Predazzo im Fleimstal, denn „das ist von der Fahrerei von Tirol her kein Problem“. Einen weiteren Stützpunkt gibt es in Tarvis nahe der Grenze zu Kärnten.

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Der Start in Italien war nicht leicht, weil das Land von der Corona-Pandemie besonders stark betroffen war. Bis 15. Juni war an ein normales Training aufgrund der Reisebeschränkungen gar nicht zu denken. Die Italiener sind zudem aus Sicherheitsgründen von allen Sommer-Wettkämpfen ausgeschlossen worden. Felder: „Die Auflagen des italienischen Verbandes sind sehr streng, anfangs musste jede Athletin in einem Einzelzimmer übernachten.“

Die ÖSV-Adler hat Felder freilich weiter am Radar. „Ich bin mir sicher, dass sie unter Trainer Andreas Widhölzl einen Schritt vorwärts machen.“ Auch für die Zukunft dürfe man sich dank starker Nachwuchsspringer (u. a. Junioren-Weltmeister Peter Resinger) „einiges ausmalen“.


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