Auftakt zur Frauen-Bundesliga: „Wir wollen Vorbilder sein“

Die Frauen-Bundesliga startet am Sonntag mit Sebastian Prödl (Udinese) und Viktoria Schnaderbeck (Arsenal) als Schirmherren. St. Pölten zielt auf den sechsten Titel ab.

Es geht wieder los in der Frauen-Bundesliga: Titel-Favorit ist St. Pölten mit Alexandra Biroova (l.), Andrea Glibo (r.) will mit Wacker überraschen.
© Thomas Boehm / TT

Wien – Nach dem Corona-bedingten Abbruch der vergangenen Saison im April startet die österreichische Planet Pure Frauen-Bundesliga diesen Sonntag in die neue Titeljagd. Die Schirmherrschaft über die Frauen-Bundesliga haben Sebastian Prödl von Udinese und seine Cousine Viktoria Schnaderbeck von Arsenal inne. „Wir wollen Vorbilder sein, um noch mehr Aufmerksamkeit zu bekommen und so noch mehr Mädels für den Fußball begeistern zu können“, erläuterte Prödl. Für England-Legionärin Schnaderbeck ist es „eine Herzensangelegenheit“. „Ich hoffe, dass es gelingt, den Weg für viele Mädels und somit für die nächsten Generationen zu ebnen.“

Als positives Zeichen darf gewertet werden, dass die Zusammenarbeit mit dem Liga-Sponsor Planet Pure (ökologische Wasch- und Reinigungsmittel) trotz Corona-­Krise um ein Jahr bis 2023 verlängert wurde. Auch das Teilnehmerfeld der Zehner-Liga hat sich nicht verändert. Mit St. Pölten bleibt in der 39. Liga-Saison auch der Titel­favorit gleich, die Nieder­österreicherinnen gehen auf den sechsten Titel los.

Quartett erobert Deutschland

Innsbruck – Auch die deutsche Frauen-Bundesliga startet am kommenden Wochenende. Damit beginnt für gleich vier Tiroler Legionärinnen ebenfalls die Saison. Den Auftakt bestreitet am Freitag der VfL Wolfsburg (seit 2016 Serien­meister) gegen Essen, am Sonntag (16 Uhr) greifen dann die Tirolerinnen ins Geschehen ein.

Bei ihrem Debüt für den 1. FFC Turbine Potsdam trifft die Axamerin Maria Plattner (im ÖFB-Team auf Abruf) auf Hoffenheim und damit gleich auf eine Landsfrau – auf Nicole Bill­a aus Angerberg. Die Innsbruckerin Jasmin Pal (nach zwei Jahren wieder im ÖFB-Team dabei) hat indes beim SC Sand im Tor angeheuert und startet auswärts gegen Bayern München.

Langzeit-Legionärin Katharina Schiechtl aus Imster­berg trifft mit Aufsteiger Werder Bremen (bei Abbruch Tabellen-Erster) in Frankfurt auf die Eintracht. Ihr Einsatz ist allerdings fraglich: Die 27-Jährige hatte bereits für das ÖFB-Teamtrainingslager ab 14. September in Bad Erlach verletzungsbedingt abgesagt. (sab)

Für die Wacker-Damen mit Trainer Benny Stolte zählt nach den Abgängen der beiden Japan-Legionärinnen und von Torfrau Jasmin Pal in erster Linie der Klassenerhalt (siehe Interview links). Ex-Serienmeister Neulengbach will zurück in die Top drei, fünf neu im Kader befindliche U19-Teamspielerinnen sollen dabei helfen. Sturm Graz hat die Abgänge von Kapitänin Celina Degen und Stefanie Großgasteiger zu verkraften.

Aktuell sind gesetzlich pro Match bis zu 200 Stehplatz-Zuschauer erlaubt. Bei Kennzeichnung und Zuweisung von Sitzplätzen für andere Fans kann diese Zahl nach ÖFB-Angaben auch überschritten werden. Zudem muss ein Covid-Beauftragter ernannt werden.

Mindestens zehn Liga-Spiele werden auf ORF Sport + übertragen, oefb.tv strebt die Übertragung von bis zu 18 Partien an. Den Auftakt am Sonntag bildet Altenmarkt/Triesting – St. Pölten (12 Uhr/ORF Sport +). Die Wacker-Damen empfangen am Sonntag (11 Uhr/Wiesengasse) Austri­a Wien/Landhaus, Wacker II spielt im Anschluss in der Futur­e League. (APA, ben)

5 Fragen an Wacker-Damen-Coach Benjamin Stolte

„Bei uns herrscht Aufbruchstimmung“

Die Wacker-Damen starten am Sonntag sowohl in der Bundesliga (11 Uhr) als auch in der Future League (13 Uhr) gegen Austria Wien/Landhaus in die neue Saison. Für Coach Benjamin Stolte eine erste Standortbestimmung.

1) Sind die Wacker-Damen bereit für den Ligastart?

Wir sind schon seit 20. Juli in der Vorbereitung und freuen uns nach der langen Corona-Pause auf das erste Pflichtspiel. Mit Austria Wien/Landhaus geht es gleich gegen eine Top-Mannschaft, das wird eine erste Standortbestimmung. Wir wollen sehen, wo wir in der Liga stehen.

2) Der Saison-Abbruch aufgrund von Corona hat die Wacker-Damen vor dem Abstieg bewahrt.

Das hat uns gerettet, aber natürlich hätten wir den Klassenerhalt lieber auf dem grünen Rasen geschafft. Wir haben im Frühling einiges richtig gemacht und möchten dies nun am Platz zeigen.

3) Wie hat sich die Mannschaft verändert?

Unsere Torfrau Jasmin Pal hat uns in die deutsche Bundesliga zum SC Sand verlassen. Sie fehlt uns natürlich, andererseits muss sie diese Chance ergreifen. Jasmin ist sehr ehrgeizig und hat sich das verdient. Unsere zwei Japanerinnen sind zurück in ihre Heimat. Es gibt aber auch Neuzugäng­e, etwa die 1,80 Meter große Stürmerin Carina Schreiner. Auch bei unserem Future-Team gibt es vier Neuzugänge.

4) Das Saisonziel bleibt der Klassenerhalt?

Genau das ist unser Ziel, wir wollen mit dem Abstieg nichts zu tun haben. Aber man weiß nie, was passiert, es kann sich leider immer jemand verletzen.

5) Wacker hat einen neuen Investor. Schlägt sich das auch auf die Damen nieder?

Es herrscht Aufbruchstimmung, das betrifft auch die Damen. Wir haben endlich ein fixes Budget und können planen.

Das Interview führte Benjamin Kiechl


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